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Angelo Cameroni. Durch Größe, Anordnung und Einrichtung zeichnen sich das städtische Spital (1841 gebaut) und die Allgemeine Armenanstalt (seit 1858 in Bau begriffen und auf eine halbe Million Gulden veranschlagt) aus; beide sind zugleich die umfangreichsten Gebäude der Stadt. Von älteren Bauwerken imponiren dem Auge durch ihre Massenhaftigkeit das große Theater (1798–1801 vollendet), die Börse (1802 von Mollari im dorischen Style aufgeführt ), der Palast Carciotti, am Hafen und dem großen Kanal, durch seine zwei mit kannelirten Säulen und allegorischen Statuen des Handels und der Schifffahrt geschmückten Façaden, seine schöne Kuppel und seine Ausdehnung auffallend. Diesem zur Linken kehrt das weltbekannte Hotel de la Ville der See seine mächtige Fronte zu.

Von den religiösen Bauten heben wir zwei hervor: den alten Dom des St. Justus (auf unserm Bilde neben dem Kastell sichtbar), weil er, auf den Fundamenten des Tempels der kapitolinischen Götter errichtet, eigentlich aus dreien unter einem Dache vereinten Kirchen besteht und in seinem stumpfen Glockenthurme gleichsam ein Schutzgemäuer für die schönsten Reste des alten Heidentempels besitzt, als: fünf kannelirte Säulen und herrliche korinthische Säulenschäfte, Architraven, Fries, Gesimse, die seit Jahrtausenden bis heute ihre Stelle behauptet haben. Der andere Bau ist die neue St. Antonskirche, am Ende des großen Kanals. Bei diesem Werke sind die Bauformen des Alterthums auf den christlichen Kultus so getreu angewendet, daß man vor einem heitern Theater zu stehen glaubt, wenn man die kaum sichtbaren Glockenthürmchen wirklich einmal übersieht. Nordamerikanisch ist übrigens Triest auch hinsichtlich der dort unantastbaren religiösen Toleranz. Außer dem katholischen sind dort auch dem protestantischen, helvetischen, anglikanischen, griechischen (unirten und nicht unirten), israelitischen und mohammedanischen Kultus öffentliche Gotteshäuser gewidmet, und alle diese Religionsgenossenschaften haben, wie noch das Militär insbesondere, eigene Friedhöfe, wodurch aller Hader der Lebenden um die Todten unmöglich gemacht ist.

Zu den Luxusbauten, in deren Dienst die Kunst zugezogen worden ist, gehören auch die prunkvollen Landhäuser, und von diesen sind durch Bauart, Ausschmückung und Lage die interessantesten: die Villa Bottacin, 1854 nach dem Muster von Walter Scotts Landsitz zu Abbotsford errichtet und von prachtvollen Gartenanlagen und reichen Gewächshäusern umgeben. Ferner die Villa Ferdinandea auf dem Rücken des 700 Fuß hohen Waldhügels Farnedo an der Stelle erbaut, wo ehedem das einfache Gasthaus „der Jäger“ gestanden, eine vorzugsweise für Badegäste bestimmte Wohn- und Luststätte, deren Rundblick auf Land und Stadt, Gebirg und Meer, die italienischen und istrischen Gestade und die zackigen, weißen Alpenhäupter der Ferne in Europa nur von wenigen übertroffen wird. Dieser in fast gleicher Höhe gegenüber auf dem Gipfel des Bosco Ferdinando erhebt sich die Villa Rivoltella, ein Werk der neuesten Zauberkraft des Menschen, denn es bedeckt jetzt mit seinem prachtvollen, nach