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um diesen Marktplatz (auf dem auch Rathhaus und Hauptwache stehen) ist unglaublich. Von da führen wenige Schritte zum Fischmarkt, der mit den ausgelegten Geheimnissen des Meeres die Neugierde des Binnenländers fesselt. Da liegen die todten, reinlichen Geschöpfe vom rauhen Hai bis zur Sardine, und daneben krabbeln Schildkröten in Haufen über einander, und Krebse und Seespinnen gehen ihren letzten verkehrten Gang. Weniger belebt ist der Leipziger Platz (Piazza Lipsia), hauptsächlich von Brod- und Obstverkäufern eingenommen, aber von grünen Bäumen und schäkernden Wassermädchen erheitert. Ebenso heiter lacht uns auf dem Holzplatz (Piazza delle Legne) die lange Reihe der Strickerinnen an, die, hinter niedrigen Arbeitstischen sitzend, den anspruchslosen Wanderer um ein Billiges mit landüblichen Strümpfen und Söckchen versehen. Dagegen bewundern wir auf den Plätzen der Dogana, der rothen Brücke (am großen Kanal) und der Kaserne auch stattliches hochgehörntes Rindvieh vor den plumpen Lastwägen und die kräftigen, mitunter gar wunderlich aufgeputzten Gestalten ihrer Führer, und wer an der großen Kaserne langsam vorüber geht, kann wohl in allen Sprachen der Monarchie schwatzen, singen und fluchen hören. – Am Nachmittag und gegen Abend strömt das Landvolk, welches in der Stadt seinem Erwerb nachging, zu allen Straßen und Gassen, die Frauen und Mädchen meist auf Eseln oder Maulthieren reitend, wieder hinaus, am Meer hin, die Buchten entlang oder die Höhen empor, dem heimischen Herde zu.

Wir eilen indeß zum Hafen, der von allen Seiten einen prächtigen Anblick bietet, ob er uns als Hintergrund die Stadt, das Gebirg oder die verschwimmende Ferne des Meers zeigt. Triest besitzt keinen geschützten Hafen, sondern eine offene Rhede, die zwar den Vortheil eines freien, durchaus ungefährdeten Zugangs hat, aber dagegen den Stürmen aus Westen ausgesetzt ist. Begonnen sind die eigentlichen Hafenbauten, und zwar schon von der Kaiserin Maria Theresia. Ihr Werk ist der Theresienmolo, ein weit in’s Meer sich hinauskrümmender Steindamm, auf dessen äußerster Spitze der Leuchtthurm steht, umgeben von einem kleinen Fort, das ehedem für ein Meisterstück militärischer Baukunst galt. Er schützt einen großen Theil der Rhede vor den Süd- und Südoststürmen. Der Plan der großen Kaiserin soll gewesen sein, von der jetzigen Quarantaine aus einen zweiten, ähnlichen, aber weit längern Arm in das Meer zu bauen, der den Hafen auch gegen Westen gesichert hätte. Eine Zuflucht in Gefahr eröffnen für kleine Schiffe der oben genannte Stadthafen (Mandracchio) am großen Platze und für größere Kauffahrer der große Kanal; indeß geht immer noch von Zeit zu Zeit eine arme Nußschale von Küstenfahrern bei heftigen Stürmen auf der Rhede unter. – Statt jenes andern Arms zum Hafen sind vom Ufer (Riva) aus vier große und mehre kleinere Steindämme (Moli) schnurgerade, breit und stattlich in die Rhede hinaus gelegt, an welchen die großen Schiffe und namentlich die Rad- und Schraubendampfer des Lloyd anlegen; sie sind, vom Leuchtthurm her, der Molo Sartorio, der Molo Ferdinando, der Molo San Carlo, und der Molo Klutsch, der jedoch jetzt mit als eine Schutzmauer für die Riva und den Hafen des Bahnhofs verwendet