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worden ist. Zwischen diesen Steindämmen ankern die meisten Kauffahrer und bilden die schaukelnde Wasserstadt, deren Straßen dir, Mann vom Binnenlande, so lockend winken, daß du nicht widerstehen kannst; du springst in ein Boot und fährst in diese wahrhafte Weltstadt hinein. Thu’ es aber wo möglich an einem Sonn- oder Festtage, denn da ziehen alle Schiffe ihre Flaggen auf und du weißt, die Flaggenkarte in der Hand, vor welcher Nationen schwimmenden Häusern du weilst. Es gibt Zeiten, wo von allen seefahrenden Staaten, die am großen Oceane wohnenden ausgenommen, nur sehr wenige nicht durch ein oder mehre Schiffe vertreten sind; am häufigsten sehen wir allerdings die österreichische Flagge, nach ihr erscheinen am zahlreichsten die neapolitanische, die römische (Kirchenstaat) und die griechische; dann kommt die englische; nach ihr absteigend die türkische, norwegische und schwedische, ionische, sardinische, holländische, französische, nordamerikanische, russische, brasilianische, dänische, maroccanische, portugiesische, spanische, mexikanische, chilesische, toskanische und belgische; die deutsche (Zollverein, Mecklenburg und Hanseaten) muß man aus den verschiedenen Flaggen erst mühsam zusammensetzen, obwohl sie sich jährlich auf 40–50 Schiffen in diesem Hafen zeigt.

Von der Großartigkeit des triester Seeverkehrs mögen einige Zahlen Zeugniß ablegen. In dem einen Jahre 1846 waren 8611 Schiffe von 511,002 Tonnengehalt angekommen und 8648 beladene Schiffe von 518,338 Lonnen ausgegangen. Im Jahre 1850 fuhren im Ganzen 10,098 Schiffe von 643,285 Tonnen, und es betrug der Totalwerth der Einfuhr 67,231,322 Thaler pr. Kur. (darunter 6,480,000 für Baumwolle, über 4 Millionen für Kaffee, 9,370,000 für Zucker, 4,756,000 für Getreide und Oelsaat, 12,908,000 für Manufakturen, über 5 Millionen für Oel etc.), der der Ausfuhr 56,623,333 Thaler pr. Kur. Im Jahre 1854 liefen 13,262 Schiffe mit 862,000 Tonnen ein; die Einfuhr stieg auf 111 Millionen, die Ausfuhr auf 80 Millionen Gulden, und gegenwärtig, nachdem auch der Krieg von 1859 überstanden ist, aus welchem Triest als Stadt des deutschen Bundes unversehrt hervorging, mag der Jahresverkehr sich wohl auf 15,000 einlaufende Schiffe von 1 Million Tonnen und einen Werthtausch von 200 Millionen Gulden belaufen.

Diese Angaben werden hinreichen, um die Wichtigkeit dieses Seeplatzes für den deutschen Handel wenigstens ahnen zu lassen; und doch könnte dies Alles nur ein Anfang heißen, wenn die Politik der Gegenwart nicht darauf hinausginge, die Amputirung gerade solcher Gliedmaßen für die Kräftigung des deutschen Staatskörpers zu empfehlen. Die alte Handelsstraße nach Indien, welcher die großen freien deutschen Städte zwischen Amsterdam, Brügge und Venedig ihre höchste Blüthe verdankten, wird durch den Suezkanal abermals die herrschende werden, und die aufstrebende deutsche Industrie wird ihrer so nothwendig bedürfen, wie die Uebervölkerung des germanischen Kolonisationsbodens in den Donauländern bis zum Meere: aber Deutschland will ja, aus