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Lauter Politik, im Süden weder Meer noch Land haben, weil ihm dieser Süden zu ultramontan und konkordatisch ist. Man wird, wenn die alte Welt die Hauptrichtung ihres Verkehrs abermals geändert hat, sich das Thor zur neuen Straße selbst vermauert haben, und man wird dann abermals auf die Gefälligkeit eines Nachbars rechnen, der es von außen wieder öffnen soll. Es ist Alles schon dagewesen, aber die Geschichte bleibt der Prediger in der Wüste.

Triest’s Geschichte ist eine kurze; erst neuerdings ist die Stadt in die große Bewegung der Nationen eingetreten. Ihre frühere Geschichte bewegt sich nicht weit aus dem Kreise ihrer Mauern und ihrer nächsten Umgebung. Aus der Zeit der Fabel tritt sie in die der Römerherrschaft, gehörte unter Konstantin dem Großen zum abendländischen Reiche, war nach den Stürmen der Völkerwanderung abwechselnd den Karolingern, dann den Venetianern, den Patriarchen von Aquileja, den Grafen von Görz und denen von Istrien unterworfen, bis sie 1374 durch das habsburgische Heirathsglück als Familienerbstück an Oesterreich kam. Auch unter Oesterreichs Schutz hatte sie dem mächtigen Venedig gegenüber noch lange sehr harte Zeiten, ihr Gebiet schwand auf 1⅛ Geviertmeile, ihre Einwohnerzahl auf 5600 zusammen. Ihr Aufblühen ward begründet im Jahre 1717, wo Kaiser Karl VI. ihr das Freihafenrecht ertheilte, und gefördert durch Maria Theresia, welche zur Freiheit des Hafens ihr auch die des Lebens und Handels gab. Im Jahr 1789 zählte Triest schon 22,000 Einwohner. Auch die französischen Kriege trugen nur zu seinem Aufschwunge bei; seine Bevölkerung war 1809 bis auf 30,000 gestiegen. Aber noch in demselben Jahre traf Triest und seinen Handel der härteste Schlag: die Einverleibung in das napoleonische Kaiserreich und damit in die Kontinentalsperre. Während dieser französischen Herrschaft sank die Zahl der Schiffe Triest’s von 900 auf 200, der damalige jährliche Umsatz von 14 Millionen auf 2 Millionen, die Volkszahl wieder auf 24,000 herab, und zu alle dem mußte es noch 50 Millionen Francs Kontribution zahlen. Mit der Rückkehr der österreichischen Herrschaft, 1813, beginnt der „getreuesten Stadt“ zweite Blüthenperiode, aus welcher bis jetzt drei wichtige Merkzeichen hervorragen: im Jahre 1833 wurde der „österreichische Lloyd“ gegründet (für dessen Besprechung sich vielleicht später eine Gelegenheit eignet); im Jahre 1850 wurde Triest zur reichsunmittelbaren Stadt erhoben, mit Bestätigung des Freihafenprivilegiums; und im Jahre 1856 wurde durch die Eröffnung der Karstbahn die Verbindung dieses einzigen deutschen Seehafens an der Adria mit dem Herzen und den Nordmarken des Reichs vollendet. –

Gegenwärtig zählt die Stadt allein und ohne die schwankende Bevölkerung, welche Handel und Schifffahrt, Beamten- und Militärstand ihr zuführen, 70,000 Einwohner.