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die Menschen haben sich in’s Innere der Hütte zurückgezogen. Hier liegt der Mann auf dem elastischen Lagergestell, welches in keiner Hütte fehlt, halb oder ganz nackt in träger Ruhe, während die Frau oder die Sklavin sich um das Feuer oder am Reibsteine mit Zerkleinern der Brodfrucht beschäftigt. – Außer diesem Lagergestell, den wenigen Töpfen, dem Reibstein, den Waffen des Mannes, Reitzeug und Hirtengeräthen, einigen Matten, Kürbisflaschen, Mulden und höchst einfachen Spielereien gewahrt man selten anderweitige Hausgeräthe im Innern der Hütte; denn das Getreide wird unter der Erde aufbewahrt, und das Hauptbesitzthum grast auf der Weide. Gleichwohl wird Einem die Hütte werth, wenn man durch längeren Aufenthalt gezwungen worden ist, aller Bequemlichkeit zu entsagen und sie als Wohnung anzusehen: man kommt dann zur Ueberzeugung, daß sie Alles enthält, was der Mensch bedarf.

Zur Nachtzeit gewinnen Dorf und Hütte ein ganz anderes Gepräge. Ueberall ist es lebendig geworden; die Zeit der Unterhaltung hat begonnen. Große Feuer werfen ihre Strahlen nach allen Seiten hin und rufen grelle Bilder hervor. Die Hunde sind wach und rührig und lärmen und bellen; die Menschen scheinen es ihnen nachthun zu wollen. Um das Feuer sammeln sich nach und nach Gruppen dunkler Männer und Frauen. Bettelnde und lungernde Musikanten handhaben die Trommel; ihre Klänge wecken ein dumpfes Echo in den Bergen. Gellende Stimmen von außen hallen dazwischen, die Hyänen umschleichen das Dorf und heulen mit den Schakals um die Wette. Nicht selten vernimmt man auch wohl den Donner des Löwen in den Bergen. Das Feuer wehrt einem Ueberfalle der Raubthiere, drum sind die Menschen unbesorgt und heiter. Hier schafft die Trommel eine Gruppe, welche sich zum Tanze ordnet, dort vertreibt sie Leute, die lieber allein sein wollen. Die Liebe schleicht ihre heimlichen Wege; das Diebsgesindel naht sich verstohlen. Bis Mitternacht währt das Getreibe; dann wird es stiller. Einer nach dem Andern geht seiner Hütte zu. Die Hunde halten die Wacht; unablässig lauschen und spähen sie hinaus in die Nacht. Die aber wird stiller und stiller; nur der Ziegenmelker noch spinnt seine Nachtgesänge weiter. In herrlicher Reinheit leuchten die Sterne herab von dem dunkeln Himmel auf die jetzt so schöne, stille Welt.