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aber einstmals auf ihrem Zuge gegen den Mittag die Vandalen ihnen den Weg vertraten und Wodan um seine Hülfe anfleheten, gelobte der Gott Denen den Sieg, auf die beim ersten Strahl der Sonne sein Blick fallen werde. Da stellten die Winilenfrauen am Morgen sich in Schlachtordnung zu den Männern, die langen Haare über das Gesicht gezogen, und Wodan erstaunte und frug: Wer sind die langen Bärte? So gewannen die Helden des Nordens den Sieg und behielten den Namen, nach Wodans Ausspruch: Longobarden.

Nach der Völkerwanderung erscheinen die Longobarden zwischen anderen, zum Theil später untergegangenen Wandervölkern in den Gebirgen Oesterreichs; in das Bereich der Chronologie treten sie erst unter ihrem Könige Alboin. Als, gleich dem Belisar, mit griechischer Treue vom byzantinischen Kaiserhofe auch dem Narses gelohnt war, rief dieser die Longobarden nach Italien; Alboin folgte dem Ruf und die Gepiden und 20,000 Sachsen schlossen sich dem mächtigen Zuge an. Diese germanischen Schaaren überschauten im Jahre 568 von den Höhen der Alpen zum ersten Male die weite blühende Ebene, der sie den Namen der Lombardei geben sollten; – wer hätte ihnen damals verkündet, daß der bitterste Haß ihrer Nachkommen die nächsten Anverwandten des eigenen Stammes treffen wird?

Alboin kämpfte vier Jahre, bis er sich Herr des Longobardenreichs nennen konnte. Pavia fiel zuletzt und wurde zur Hauptstadt erhoben. Nach Alboins Ermordung, 573, verließen die Sachsen das untreue Land und zogen über die Alpen zurück der kalten treuen Heimath zu. Schon unter dem zweiten Nachfolger Alboins, dem tapfern Authari, beginnt der Kampf mit den Deutschen. Auch er starb durch sein Weib, die schöne, fromme bayerische Theodolinde, die dann um des Christenthums willen den schönen Herzog Agilulf von Turin zum Gemahl nahm und sein Haupt mit der eisernen Krone der Lombarden schmückte, die hier zuerst genannt wird, weil ihr innerer Reif aus einem „heiligen Nagel vom Kreuze“ geschmiedet war. Die Verbindung mit den Fremden ward nun inniger, aber dennoch blieben die Longobarden noch fast bis in das 8.Jahrhundert deutsch; dann aber überwucherte in der Vermischung mit denRömern das römische Wesen und es entstand aus dieser Verbindung eine neue Nation und Sprache, die italienische, die bis tief in die Südthäler der Alpen Herr und Feind alles Deutschen wurde.

Auf die Frage, warum gerade die Lombarden, diese „Männer welschen Bluts in deutschen Adern“, die erbittertsten Feinde der Deutschen geworden seien, gibt die fernere Geschichte des Lombardenvolks uns bündige Antwort.

Um die Mitte des 8. Jahrhunderts war Italien nahe daran, ein einiges Reich zu werden, und zwar durch die Longobarden. Sie waren bereits Herren von ganz Oberitalien und eben im Begriff, auch Rom sammt dem Papste sich zu unterwerfen und dadurch sich den Weg zur Vertreibung der letzten oströmischen Machthaber auf