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Es kann sich aber auch keine Stadt eines solchen Monuments rühmen, und die Zukunft, so sehr sie von den Fortschritten ihrer Größe, Macht und Kultur träumen mag, wird schwerlich mehr die Bedingungen zusammen finden, welche ein solches Bauwerk erstehen lassen.

Und doch ist das mit den Tuilerien vereinigte Louvre nur der Schlußstein einer in gleichen Maßen ausgesteckten harmoniösen Anlage, die einen großen Theil von Paris in sich zu fassen bestimmt ist, und sich vom Bois de Boulogne und der Straße nach Neuilly an erstreckt. Man tritt ein durch den Arc de l’Etoile, das größte Siegesthor der Welt, und doch noch zu klein, um die Thaten und Namen des Ruhmes aufzunehmen, für welche es bestimmt war; hier öffnen sich die Champs elysées, eine lange Avenue, der Corso der Pariser, mit Parkanlagen und Palästen zu beiden Seiten. Man überschreitet den Place de la Concorde, auf dem sich so verwundert der rothe Porphyrobelisk des ägyptischen Königs Rhamses umschaut, verfolgt den weiten Aufgang zum Tuileriengarten, von dessen grünen Kastaniengruppen die weißen Marmorstatuen, Meisterwerke französischer Plastiker, sich abheben, schreitet durch den Portikus der Tuilerien nach dem Place Caroussel, mit dem, auf unserem Bild sichtbaren Triumphbogen und umrahmt von den beiden an das Louvre sich lehnenden Flügeln. Die mit gebrochenen Mansardendächern koiffirten Pavillons, die wie Stickerei sich ausbreitenden Skulpturen, die sich dazwischen einreihenden Karyatiden, die Glockenthürme von Rohan und Lesdiguière unterbrechen anmuthig die langen geraden Linien, die umlaufende Säulengallerie gibt der Kontur der Mauern ein wohlthuendes Profil, grünende Squares, hochspringende Fontainen und kolossale Standbilder beleben den weiten Platz. Man verfolgt seinen Weg zwischen den vorspringenden Neubauten des Louvre hindurch in den inneren Hof, und befindet sich in einem Museum der edelsten und reichsten italienischen Renaissance unter freiem Himmel, einer Gallerie von Statuen, Skulpturen und Kunstwerken, deren Betrachtung kein Ende finden, und deren Aufzählung und Beschreibung Bände füllen würde. Ermüdet vom Schauen tritt man heraus vor die Kolonnenfaçade des alten Louvre, an der sich Henri II. und sein Baumeister Perrault verewigt haben.

Die Vereinigung der Tuilerien mit dem Louvre ist nicht nur ein großartiges Architekturwerk, ein Wunder der Kunst durch die Kolossalität des Ensemble und den unermeßlichen Reichthum der Einzelheiten, es ist auch ein großes Werk der Politik. Diese Folge von in einander gefügten Palästen soll nicht eine bloße Dekoration sein, die hinter kunstvollen Coulissen Räume birgt ohne Bestimmung und von der Leere bewohnt. Das Haus muß einen Bewohner haben, in der Kirche muß eine Religion ausgeübt werden, wenn sie nicht beide, leblose Hüllen, einem frühen Verfall unterliegen sollen. Auch dem neuen Louvre ist eine Seele bestimmt, eine nützliche menschliche Thätigkeit soll diese herrlichen Räume beziehen, und