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Italia, Sklavin, Herberge der Schmerzen,
Schiff ohne Steuermann im grausen Sturme,
Nicht Länderherrin, sondern Haus der Sünde!

Ha, Volk, das du Ergebung üben solltest
Und in dem Sattel lassen deinen Kaiser,
Wenn richtig du des Herrn Gebot verstanden,

Schau, wie die wilden Bestien tückisch werden,
Weil sie nicht mehr des Spornes Stachel fühlen!
O deutscher Albrecht, der du so verlässest

Die ungestüm geworden und verwildert.
Gerechten Richters Strafe von den Sternen
Fall’ auf dein Blut!

Denn ihr erlaubtet, du mit deinem Vater,
Derweil euch Habsucht dort zurückgehalten,
Daß eine Wüste ward des Reiches Garten!

Die Kaiseridee ist in Italien untergegangen, als Luther in Deutschland die Papstidee zu Grunde richtete. Die Ideen, die sich gemeinsam auf den Gipfel der christlichen Welt erhoben, vor den Augen aller Völker den furchtbarsten Kampf gekämpft, sie sanken auch gemeinsam, als das Ziel nahete, das aller irdischen Herrlichkeit und jedem Menschenwerk gesteckt ist. Die römische Kaiserkrone, das Erbtheil Karls des Großen, sank so ohnmächtig in den Staub vor dem neufränkischen Kaiser, wie einst die Lombardenkrone des Desiderius vor dem altfränkischen Könige und ersten römischen Kaiser dahingerollt war. Auch die Tiara neigt sich von dem altersschwachen Haupte herab. Ihr Glanz ist längst verblichen und im Staub der Geschichte harrt ihrer ein längst bereitetes Grab. Die alten historischen Ideen, die einst die Welt und die Geister beherrschten, entfliehen unaushaltsam vor den jüngeren Kindern der Zeit, die dem unversiegbaren Quell des Geistes entsprudeln.

Werfen wir noch einen Blick auf unser Bild. – Wenn wir nach dem ersten Sturme gegen seinen größten Feind Alessandria in der Kriegsgeschichte wieder suchen, so finden wir es als alte Stadt in der neueren Zeit. Nach mancherlei Schicksalen in den vielen inneren Kriegen Italiens wurde die noch immer feste Stadt im Jahre 1522 von dem mailändischen Herzog Sforza erobert; dagegen lag 1657 Prinz Conti mit einem starken französischen