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jene nach Westen hin gehen von ihr aus; sie liegt inmitten einer an Erzeugnissen des Ackerbaus und der Viehzucht, an Kohlen und Metallen reichen Gegend, in der sich ein ungemein mannichfaltiges Gewerbs- und Geschäftsleben entwickelt. Vor zweihundert Jahren war St. Louis ein einsamer Posten französischer Pelzhändler; im Jahre 1810 hatte es kaum 1600 Einwohner, die Zählung vom December 1852 ergab 87,654 Seelen, und seitdem hat sich diese Ziffer beinahe verdoppelt.

Der Staat Missouri ist nicht minder in raschem Aufschwunge begriffen. Seit 1821 bildet er einen Bestandtheil des großen Bundes, aber er übte lange Zeit nur eine geringe Anziehungskraft. Die Einwanderer, namentlich jene aus Europa, fanden östlich und nördlich, namentlich in Ohio, Illinois, Indiana, später in Wisconsin, guten Boden in Fülle, und zogen deshalb nicht weiter landeinwärts. Auch hegten viele ein Vorurtheil gegen Missouri, weil es ein sklavenhaltender Staat ist. Allmählig sind jedoch die Vorzüge seiner Lage, seines Klima’s und seiner Reichthümer an Metallen eben so wohl gewürdigt worden, wie jene, welche eine gute Bewässerung und das fruchtbare Land für den Ackerbau darbieten. Zudem lohnt das Sklavenhalten nicht, weil Missouri zu nördlich liegt, um einen sogenannten Plantagenbau zu gestatten; es ist vielmehr auf den Betrieb der Landwirthschaft in europäischer Weise angewiesen, und ein solcher ist mit der Negersklaverei unverträglich; diese kann den Wettbewerb freier Arbeiter nicht aushalten, und muß schon deshalb allmählig von selbst verschwinden. Sklavenarbeit ist in einem solchen Lande zu theuer. Es kommt hinzu, daß Missouri, in welchem die Anfangspunkte der Ueberlandposten und der Eisenbahnen nach Westen liegen, in der neuesten Zeit auch durch die Goldentdeckungen an Pikes-Pik in den Felsengebirgen, eine erhöhete Bedeutung gewann. Seine Westgrenze stößt seit fünf Jahren nicht mehr an unbewohnte Prairien, sondern in dem bisherigen Gebiete Kansas, das schon volkreich genug ist, um demnächst als Staat in die Union aufgenommen zu werden, ist ihm ein Hinterland gegeben, dessen Entwickelung gerade für Missouri von wichtigen und wohlthätigen Folgen sein muß. Das Alles begreift man und deshalb wird der Andrang der Einwanderer von Jahr zu Jahr stärker. Missouri zählt auf einem Flächenraum von etwa 3170 deutschen Geviertmeilen, so viel, wie vier oder fünf europäische Königreiche zusammengenommen, gegenwärtig erst etwa eine Million Seelen, während es den gesegnetsten europäischen Staaten an Fruchtbarkeit nicht nachsteht. Man sieht, wie viel Raum für Ansiedelungen noch frei ist; und sie werden erleichtert durch die Landstraßen und Eisenbahnen, welche schon jetzt die entferntesten Theile des Staates mit einander verbinden, während zugleich der Missourifluß denselben von Westen nach Osten durchströmt und der Mississippi die Grenze gegen Morgen bildet. Schon jetzt sind beide Ströme durch Schienenwege mit einander verknüpft; der im Süden führt von St. Louis nach Kansas-City, jener im Norden von Hannibal am Mississippi nach St. Joseph.