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praktische Zwecke sollen dem Bau eine längere Dauer garantiren, als der Werth eines todten Kunstwerks es vermag. Mit den Tuilerien, dem Sitz des höchsten Willens im Staat, des Hirns jenes künstlichen Organismus, sollen in diesem unermeßlichen Steinkörper die vornehmsten Glieder jenes Organismus, die Instrumenta regni vereinigt werden. Hier sollen die Ministerien aller Abtheilungen wohnen, um, auf einen Ruf des Souveräns, sich zu vereinigen mit dem Senat und der gesetzgebenden Versammlung. Hier sollen die Schlagadern des Staatslebens zusammen laufen, um, gleichviel, ob im gewöhnlichen Geschäftsgang oder in Epochen der Gefahr, den Ausdruck des höchsten Willens ohne Verzug und direkt seinen Zielen mitzutheilen; dieselben Mauern sollen den Willen, den Rath und die ausübende Gewalt umschließen. Im Einklang mit diesem Zweck ward auch das Louvre zum Knotenpunkt eines Netzes strategischer Straßen gemacht, welche in geraden Radien nach allen öffentlichen Gebäuden, Plätzen und den entlegensten Theilen der Stadt, in allen Richtungen hinausgezogen sind. Es soll diese Akropolis von Paris, die das Herz des Reichs bewahrt, die ganze Stadt nicht nur beherrschen, sondern auch sich gegen dieselbe nach allen Seiten vertheidigen können, wie eine Citadelle im offenen Feld.

Der Hof mit seinem Troß und jene Körperschaften mit ihrem Apparat nehmen indeß doch nur einen Theil der unermeßlichen Räume ein. Ein anderer Theil, nicht minder ausgedehnt, ist zu Museen der Kunst und Wissenschaft bestimmt. Ein Flügel für die kaiserliche Bibliothek, ein anderer für naturhistorische Sammlungen, wieder einer für Kunst- und Kulturdenkmäler des Alterthums, noch ein anderer für eine permanente Ausstellung von Kunstwerken lebender Künstler, und insgesammt bilden diese Bauten eine Ergänzung des alten Louvre, welches seit Napoleon I. die Nationalgallerie und das Museum der plastischen Kunstwerke enthält. Wie und womit Frankreich diese Ruhmeshallen des menschlichen Genius, groß genug, die Museen von ganz Europa aufzunehmen, füllen wird? Es lassen sich unsterbliche Werke des Geistes nicht aus dem Boden stampfen, wie die kunstvolle Steinmetzerarbeit, welche die Außenseiten der Bauten schmückt. Es müßte denn Frankreich wieder seine Adler fliegen lassen, wie ehedem, um, geharnischten Stoßvögeln gleich, die auf die friedlichen Bewohner der Lüfte losgelassen werden, ihre Beute außerhalb Frankreichs Grenzen zu suchen. Es müßten eben wieder die Antiken aus der Villa Borghese, der Viktoriawagen vom Brandenburger Thor, die schwarzen Marmorhengste vom kapitolinischen Hügel nach Paris wandern, wo sie schon einmal Villegiatur gehalten haben. Wer kann das wissen?

Vorläufig versperren nur die Gerüste der Maler, Bildhauer, Stukkaturarbeiter und Ebenisten den Platz, und der innere Ausbau, die Vollendung der Friese, Deckengemälde, Glasmalereien, Mosaiken, Statuen,