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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band | |
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solchen Reichen die fortwährend gährende allgemeine Unzufriedenheit, daher die ewige Unruhe Frankreichs, wo durch alle Klassen der Bevölkerung, durch alle Theile des Landes nach ein und derselben Chablone regiert wird, wo, bei erzwungener gänzlicher Unthätigkeit der einzelnen Glieder, Alles vom Staatsoberhaupt erwartet wird, wo alle öffentlichen Interessen, das gesammte politische Leben bis in’s letzte Detail, auf nur einen einzigen Vereinigungspunkt angewiesen sind, die Hauptstadt. Das alte Rom beherrschte Hunderte von Völkerschaften des Erdbodens mit leichter Hand durch die geschickte Anwendung eines Quasi-Föderalismus, in welchem es der zusammengeschürzte Knoten zur Verbindung Aller blieb. Es ließ den unterworfenen Nationen ihre Eigenthümlichkeiten, Religionen, Sitten und Einrichtungen, ließ sie diesen gemäß verwalten und sich fortbilden, und behielt sich nur die fürstlichen Hoheitsrechte, Oberbefehl, Kriegsvolk und Abgaben, vor. Ausbruch der Unzufriedenheit in einer Gegend störte die Ruhe der andern nicht, weil deren Interessen nicht die gleichen waren, und konnte durch Uebermacht Aller leicht gedämpft oder in Schranken gehalten werden. – Wenn die großen europäischen Reiche heutiger Zeit, wie Oesterreich, Preußen, Rußland, nach Anwendung ähnlicher Staatsgrundsätze trachten würden, wenn die Rechte, Freiheiten, Ordnungen und Bedürfnisse jeder besondern Provinz heilig gehalten, nur mit der fortschreitenden Kultur der Einwohner allmählig verbessert und mit den Rechten, Freiheiten, Ordnungen und Bedürfnissen des Gesammtstaates in Einklang gesetzt würden, sähe jede der Völkerschaften in einem und demselben Monarchen ihren eigenen Schutzgeist und würde ihr ein politischer Zustand theuer, der ihrer Natur und Civilisation entsprechend ist.“
Sarnen liegt auf dem vielbegangenen Weg von Luzern über den Brünig nach Mairingen, an dem lieblichen Sarner See, in einem weiten freundlichen Thalgrund, von anmuthigen, mit schönen Baumgruppen bewachsenen Hügeln umgeben. Außer diesem und seinen geschichtlichen Erinnerungen hat der Ort nichts von Interesse. Am Sarner See mündet das durch seine Lieblichkeit und das Andenken an Niclaus von der Flüe berühmte Melchthal.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1859, Seite 207. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_20._Band_1859.djvu/217&oldid=- (Version vom 9.1.2026)