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Sand, und öffnet, den Straßenausgängen entsprechend, sich dem Verkehr durch vier Thore. Der besuchteste Spaziergang seiner einheimischen Bewohner ist die starke, mit wilden Pappeln besetzte Wassermauer, durch welche die Stadt sich von der Passer hat scheiden lassen, über die eine Brücke zur Spitalkirche mit ihren berühmten Glasgemälden führt. Ein alter Thurm dicht ober der Stadt, jetzt von Weinbergen umgeben, hat sogar seine Geschichte verloren; es will Niemand mehr wissen, welch besonderen Zwecken er einst gedient habe. In der Stadt selbst hat man die gewöhnlichen öffentlichen Gebäude, geistliche und weltliche Behörden, sogar ein Gymnasium und die sonst landüblichen Bildungs-, Erziehungs-, Vergnügungs- und Wohlthätigkeitsanstalten. Man trug wenigstens, so weit die allgemeinen Verhältnisse Tyrols dies zuließen, die Sorge, die einst so berühmte Stadt nicht ganz zum offenen Dorfe herabsinken zu lassen. – Der Wohlstand des Volks in und um Meran (im sogenannten Burggrafenamte) liegt bei alledem im Argen; denn wenn auch die meisten der alten Adelsschlösser in die Hände von Landleuten gekommen sind, so hat dies doch Beide nicht vor dem allmähligen Verfall gerettet. Es ist hier ein volkswirthschaftlicher Umschwung nothwendig, um der gesunden Volkskraft ein entsprechenderes Feld der Thätigkeit frei zu geben, und eine Erweiterung oder Beseitigung mancher Verkehrsschranken, um dem Fleiße seinen Lohn zu sichern. Mit Weinbau und Viehzucht allein kann dieses deutsche Südtyrol neben seinen wälschen Nachbarn und Landsleuten, die an Wein, Geld und List ihm überlegen sind, nimmermehr aufkommen.

Eine Hülfsquelle, früher vernachlässigt, jetzt je mehr benutzt, desto reichlicher spendend, dankt Meran der Natur: die wohlthätige Milde und Beständigkeit seines Klima’s neben seiner Schönheit. „Die mittlere Höhe des Barometers beträgt in Meran innerhalb 6 Jahren 26,10°, die mittlere Temperatur 9,9° R., die höchste 27,0° R., die niedrigste – 5 bis 9,0° R.; die Durchschnittszahl der heiteren Lage ist 135, der Regentage 58, dem Schnee gehören 8, den Gewittern 11 Tage. Die Sterblichkeit verhält sich wie 1:37. Endemische Krankheiten gibt es hier nicht.“ Diese kurze Notiz ist das neue Aushängeschild für wahrhaft „belebende Geschäfte“: Meran ist ein vielbesuchter Hoffnungshafen für Brust- und Nervenschwache geworden, die von allen Winden mit dem ersten Gruß der Lerchen hieher gesegelt werden, in der größten Zahl aber Solche, welche, wie Steub sagt, „mit dem süßen Traubenfleisch Schlund und Brustkasten auskalfatern und die Lücken zupichen wollen, die der deutsche Winter hineingerissen hat.“ Neben der Traubenkur steht ebenso empfohlen da der Gebrauch der an aromatischen Theilen so reichen Kuh-, Ziegen- oder Eselinnenmilch, entweder rein, oder als Molken, ebenso der von eingeführten Mineralwassern, von denen die nächsten, den Alpenadern entquellenden: der Säuerling von Ladis und der sehr starke Eisenborn von Rabbi, von patriotischen Gemüthern der Vorzug gegeben wird. Die wirksamste Zugabe bleibt aber das Thal, die Stadt und ihre Menschen: sie kuriren Alles vom Herzen aus, das fühlt der Fremdling beim ersten Gang durch die Laubengasse.