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die bodenlose Gesunkenheit der Massen des Volks kennen gelernt hat. Selbst der humane Raumer verhehlt die Ansicht nicht, daß Siciliens Zukunft noch weit hoffnungsloser als die Irlands sei und eine so gänzliche Umgestaltung in Landvolk, Städten, Adel, Geistlichkeit, Klosterwesen, Verwaltung, Verfassung, kurz in Allem innen und außen, wie es seine Rückkehr zur Kulturentwickelung erheischt, außerhalb menschlicher Berechnung läge. Es dürfte sich an diesem unglücklichen Land zumeist erkennen lassen, was von den romanischen Stämmen im Allgemeinen befürchtet wird, daß mit ihrem dürren Holz eine Regeneration nicht mehr verträglich sei und die konvulsivischen Bewegungen, geräuschvollen Explosionen, unter denen ihre äußeren Lebenserscheinungen sich uns zeigen, das fieberhafte Umhertaumeln aus einer Staatsform in die andere, aus einem Ideenkreis in den andern, mehr den Kämpfen gleichen, welche dem Entweichen aller selbstständigen politischen Lebensfähigkeit, der staatlichen und nationalen Auflösung vorausgehen, als dem gewaltigen, aber zielbewußten Ringen um den Besitz der höchsten Güter und dem konsequenten Streben nach Emancipation und freier staatlicher Entwickelung. Indeß wer von den Propheten und Gelehrten, die der Zeit so emsig den Puls fühlen, mag sich vermessen, jetzt schon die Symptome ihrer Krankheit zu deuten?

Vom Hafen führt die ebene Straße über lange Dämme, an denen links das behufs der Salzgewinnung hereingeleitete Meer sichtbar wird, rechts erscheint bis zum Eryx eine alte Wasserleitung mit unzähligen Bogen, und bald befinden wir uns zwischen den Außenwerken der Festung Trapani. Ueber starke Zugbrücken fahren wir durch’s Festungsthor ein in das alte Drepanum, wo der aus Troja geflüchtete Aeneas seinen Vater Anchises begrub und festliche Spiele an dessen Grabe veranstaltete. Die ziemlich große, gegen 24,000 Einwohner zählende Stadt hat schöne breite, mit großen Platten gepflasterte Straßen, an denen mancher hübsche Palast mit maurischen und normännischen Verzierungen liegt; außerdem herrscht großes Leben auf den Straßen, das Auf- und Abladen der großen Waarenballen, die ihre Seeprodukte ausrufenden und handelnden Fischer, die Unmasse Korallenläden, alles das kündet die Handels- und Seestadt an, die doch dabei durch große Reinlichkeit in den Straßen und Häusern auffällt. Das überwiegende Interesse an dem nahen, uns zum Besuch einladenden ehrwürdigen Berg Eryx ließ uns der Stadt jedoch gleichgültig enteilen, und nach kurzer Rast brachen wir aus ihren Mauern wieder auf. Weiter kamen wir an den fast die ganze Stadt umgebenden Salinen vorbei, wo vortreffliches Salz auf die leichteste Art gewonnen wird. Man führt das Meerwasser mittelst Schleußen in große flache Bassins, wo es dann unter der mächtig wirkenden Sonnengluth verdampft, das schönste Salz auskrystallisirt und zugleich bleicht, worauf das fertige Produkt, in Magazine oder auch in großen Bergen zusammengeschaufelt, gleich Pyramiden sich rings herum erhebt und so im Freien stehen bleibt. Viele hundert solcher Bassins sieht man hier, die sich