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schöne architektonische Verzierungen maurischen Ursprungs, ein prächtiges Kirchenportal, an andern griechische Inschriften, und da kamen auch neugierige Bewohner aus ihren Häusern; aber wie seltsam erschienen sie! Die Männer in lange schwarze Mäntel gehüllt, mit einer eigenen Art Kapuze, die nur einen kleinen Theil des Gesichts frei läßt; noch weniger sieht man von den Frauen, denn diese tragen bis zu den Füßen herabreichende schwarze Schleier, so daß nur die Augen hervorblitzen, welche allerdings an Schwärze dem Schleier selbst nichts nachgeben, und wenn man daraus auf das übrige Gesicht schließen dürfte, so muß der schon im Alterthum verbreitete Ruf von der Schönheit der Eryxinerinnen wohl begründet gewesen sein.

Als wir die Stadt durchwandert und das alte Saracenenschloß, welches sich höchst malerisch aufbaut, erreicht hatten, übersahen wir die westliche Küste der Insel. Da lag Trapani, in’s Meer hinaus gebaut, umgeben von seinen Salinen; weiter war Marsala in seinen Weinfeldern sichtbar; die ägatischen Inseln stiegen aus dem Meer empor, und aus dem Innern der Insel trat das eigenthümlich unterbrochene Terrain hervor. Lange freilich blieb der Anblick auf diese prächtige sonnenbeschienene Landschaft nicht, bald zog sich der Nebel wie ein dicker Vorhang um den Gipfel des Berges. Wir betraten die schon verfallenden Räume des Kastells, in dessen ziemlich großem Hof zwischen starken Eisengittern aus ihren Gefängnissen, die, weder mit Fenstern noch Laden verschlossen, in dieser neblichen Abendluft einen besonders unheimlichen Aufenthalt gewähren müssen, mehre schlimm aussehende Gesichter hervorsahen und um Almosen baten. Einige ungeheure Substruktionen, die dort zu Tage treten, sind das Einzige, was von dem hochberühmten alten Tempel der Venus, der, wie selten einer im Alterthum, so hohen Ruhm genossen, übrig ist. Während wir uns an diesem wunderbaren, mit üppigstem Epheu und Schlingpflanzen überwachsenen alten Mauerwerk erfreuten, theilte sich plötzlich der Nebel, und an dem steil abfallenden Berge kam zu unsern Füßen die reizendste Landschaft zum Vorschein. Kleine Orte, rings von Oliven- und Orangenbäumen umgeben, dicht an das brandende Meer grenzend, lagen in hellster Sonnenbeleuchtung vor uns, doch nur einen Moment vermochte der Blick diese Pracht festzuhalten, im nächsten war der Nebel schon wieder vorgezogen und wie in einer laterna magica dieses Zauberbild wieder verschwunden. Langsam fuhren wir den Zickzackweg des Berges herab, in dichtesten Nebel gehüllt; erst als wir auf der Hälfte waren, kamen wir aus dieser Region heraus, und im wunderbarsten Sonnenschein that sich die Landschaft auf, der Spiegel des Meeres blendete die Augen, und in schönsten Formen tauchten die ägatischen Inseln hervor. Die Luft war die mildeste, der ganze Himmel blau, nur der Eryx hatte sein Haupt verhüllt, gleichsam als wollte er uns das Traurige in dieser so heitern anmuthigen Landschaft verdecken. Als wir wieder durch das Festungsthor nach Trapani einfuhren, kehrten auch die Spaziergänger in die Stadt zurück; das Getreibe in den Straßen wurde