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meinten, eine zweite Fahrt könne nicht gelingen, und wenn das auch der Fall, so habe die ganze Dampfschifffahrt doch nur geringen Werth.“

Mit solchen Widerwärtigkeiten hatte der unternehmende Fulton zu kämpfen, bevor er Albany erreichte. Aber sogar noch 30 Jahre später, als schon längst Dampfer auf dem Meere schwammen, zeigte sich eine ähnliche Beschränktheit in dem fortschrittsstolzen England. Gelehrte Physiker und Mechaniker suchten grundsätzlich nachzuweisen, daß eine Dampfschifffahrt zwischen Europa und Amerika ganz unmöglich sei, und wenn nicht praktische Schiffsführer und Maschinenleute, welche lediglich nach ihrem gesunden Menschenverstand urtheilten, im Jahre 1837 die Fahrt gewagt hätten, wäre die transatlantische Dampfschifffahrt noch lange nicht zur Thatsache geworden.

Doch wir wenden uns zurück nach Albany, das zu den ältesten Ortschaften im Gebiete der Vereinigten Staaten gehört, denn die ersten Hütten wurden an der Stelle, wo nun die prächtige Stadt sich erhebt, schon im Jahre 1612 erbaut. Drei Jahre früher war Heinrich Hudson, der berühmte englische Seefahrer, in holländischem Dienste von Amsterdam abgefahren, um auf westlichem Wege eine Durchfahrt nach Indien zu suchen. Aber er fand eine solche weder an der Chesapeakebay, noch in der Mündung des Delaware. Dann steuerte er nach Norden an der Küste hin und gelangte so in den Long Island Sund und in die Bucht von Newyork, in welche sich jener schöne Strom ergießt, welcher nach Hudson den Namen führt. Flußaufwärts war das Land an beiden Ufern eine prächtige, von Indianern durchschweifte Wildnis, aber die Holländer erkannten mit richtigem Blicke die Bedeutung dieser Gegend und beschlossen, in derselben Ansiedelungen zu gründen, um von diesen aus mit den Eingeborenen einen einträglichen Pelzhandel zu treiben. Sie bauten das Fort Aurania am Hudson, das 1620 den Namen Beverwyk erhielt, diesen mit Fort Orange vertauschte und dann bis 1647 Willenstad genannt wurde. Bald nach ihrer Niederlassung wurden die Holländer in mannigfache Streitigkeiten mit ihren nördlichen Grenznachbarn, den englischen Puritanern in Connecticut, verwickelt; die Republik der Vereinigten Niederlande gerieth mit dem Könige von Großbritannien in Krieg, und sah sich genöthigt, im Jahre 1667 Albany, New-Amsterdam (das heutige Newyork), überhaupt die Region am Hudson den Engländern abzutreten und dafür die westindische Kolonie Surinam als Entschädigung anzunehmen.

Die Stadt führt seitdem den Namen Albany, ist aber fast anderthalb Jahrhunderte lang nur ein unbedeutender Flecken geblieben, der im Jahre 1800 erst 5000 Einwohner zählte. Diese hatten sich lange mit Ackerbau und Flußschifffahrt begnügt, einige Mahl- und Sägemühlen angelegt und waren zu mäßigem Wohlstande gelangt. Aber ein lebhafter Ausschwung fehlte. Einige Bewohner, welche durch den Pelzhandel ein nicht unbeträchtliches