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welchen sich die gute Gesellschaft europäischen Badelebens zusammenfindet, und welche gerade dieser Gattung von Vereinigungspunkten des Reichthums und Luxus den Reiz eines offenen Marktes verleihen, wie ihn kaum eine große Stadt zu bieten im Stande ist; der äußere dabei entfaltete Glanz und das geräuschvolle Vergnügen geben nur Gewand und Gelegenheit dazu her, während in amerikanischen Badeorten sich das Wesen des Badelebens darauf gerade beschränkt. Spiel, Tanz, Jagd und Fahren, gemengt mit Wirthshausklatsch und Skandal, füllen die Zeit aus, welche die Heldenthaten der Tafel dem amerikanischen Bade-Roué übrig lassen; und für alle diese exceptionellen Erfordernisse des guten Tons dorten ist Saratoga vorzugsweise gesucht und berühmt. Junge Extravaganten gehen dahin, um wenig beobachtet wüste Orgien zu feiern, Gauner und Spieler werfen dort erfolgreich ihre Netze aus, leichtsinnigen Frauen ist es ein Feld für Eroberungen, verblühten Schönen und Koketten für letzte Versuche, und die Parvenüs machen dort ihr Debüt in den Gewohnheiten der vornehmen Welt. Das sind die Gäste, welche in den ersten Sommermonaten, vom Mai bis August; zu Tausenden die Hotels von Saratoga füllen und sich dann, mit beginnender heißen Jahreszeit, nach den kühleren Bädern an der See flüchten, um in gleicher Weise des Müßiggangs den Rest des Sommers hinzubringen. So inhaltsleer ist das Leben von Saratoga, daß man es nur als eine fruchtleere Schmarotzerpflanze bezeichnen kann, die ein von der Nachahmungssucht erborgtes Leben voll europäischer geldaristokratischer Gewohnheiten führt, und dem Amerika charakterisirenden, sprudelnden Quell nützlicher Thätigkeit und energischen Vorwärtsstrebens ganz fremd ist. Ebenso dürfen jene Gesellschaftselemente, die sich dort ansammeln, für nichts Anderes gelten, als die Eintagspilze, die dem schmutzigen Bodensatz entsprießen, welchen der üppig wuchernde, ein großes blühendes Gemeinwesen beschattende Baum des amerikanischen Volkslebens als abgestorbenes Laub von sich schüttelt und der Fäulniß preisgibt.

Der beliebteste und besuchteste Ausflug der Badegäste von Saratoga ist nach dem See, um mit dessen erfrischendem Odem die Nerven wieder zu beleben, welche die Hitze des Sommers, der Staub der Landwege, die Langeweile und der Müßiggang erschlafft haben. Der See, wenige Meilen vom Badeort entlegen, ist ein, wie alle amerikanischen Seen, vorzugsweise inselreicher Wasserspiegel, umgeben von niedrigen, aber malerischen und mannichfaltig bewaldeten Ufern. Ehe Saratoga fashionable war und noch zu Menschengedenken, lebte dort ein alter niederländer Ansiedler, Barhydt, der sich für den unbestrittenen Herrn der Bewohner des Sees hielt, und den damals noch seltenen Besucher mit Forellen, einem Glas Genever und einem Thonpfeifchen gastfrei bewirthete. Der plötzlich sich erhebende Badelärm aber verscheuchte ihn, und seine Hütte hat nun einer eleganten Restauration Platz gemacht, berühmt im ganzen Land wegen ihrer Fischdiners, die zum Unvermeidlichen einer Saratoga-Badesaison gehören. Nachmittags sieht man Reihen von Equipagen und Reitpferden am Gitter halten, die Gäste herbeigeführt haben, auf dem See schwärmen leichte Ruder- und Segelboote umher, mit singenden, spielenden,