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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band | |
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lachenden und jagenden Gruppen; die Aelteren oder Trägeren schaukeln sich, während dem lieber auf der Piazza im Wiegenstuhl, schlürfen Eis und lassen sich von der sanften See-Breeze fächeln. Nach wenigen Stunden ist die Partie vorüber, die Gäste eilen davon so rasch, als sie gekommen, und ungestörte Ruhe umgibt wieder die Landschaft bis zum folgenden Tag. Der alte Barhydt aber mit seinem Thonpfeifchen kehrt dennoch nicht wieder.
Keine Zeit, seit Columbus, hat die Eroberungslust der Ritter der Forschung so gereizt, und hat Länderentdeckern so glänzende Sporen verheißen, als unsere Tage. Kein Fleckchen der Erde, nicht die Ufer des arktischen Eismeers, nicht die Schneegipfel der centralamerikanischen Kordilleren, sind mehr sicher vor der Kühnheit unserer Seefahrer und Bergsteiger; nirgends aber zeigt sich der Opfermuth, den der Durst nach Wissen einflößt, stärker, niemals hat er größere Gefahren bestanden und erfolgreichere Siege errungen, als im letzten Vierteljahrhundert bei den Männern, welche sich die Erforschung des innern afrikanischen Kontinents zur Aufgabe gemacht haben. Mag es noch ein Jahrhundert dauern, bis die Barbarenstaaten jenes Binnenlandes dem Verkehr mit civilisirten Nationen erschlossen werden: die Männer, welche zuerst sich in die Heimath der schwarzen Völker wagten, ihre Sprache, Sitten und Geschichte erforschten, welche Jahre lang ihr Leben gegen Fanatismus und Feindseligkeit auf’s Spiel setzten und hülflos, vom eigenen Herd durch Wüste, Meer und Wildniß getrennt, nur ihrem unbeugsamen Muth und ihrem Geschick zu vertrauen hatten, – die Männer, welche zuerst dem Lauf unerforschter Flüsse folgten, die niegekannte Gebirge überstiegen und fremde Gewässer befuhren, die mit Krankheit und Entbehrungen der fürchterlichsten Art kämpften und oft nur das nackte Leben aus täglich neuen Gefahren retteten, die Männer vor Allen, welche der versengenden Gluth der Tropensonne erlagen, und deren Gebeine im Wüstensand bleichen, – sie wird die Nachwelt, die den Werth des Verdienstes erst nach dem Nutzen des Erfolgs bemißt, ehren, wie Columbus und Cortez geehrt werden, und wird ihnen Statuen sehen, obgleich ihre eigenen Ueberlieferungen unvergänglichere Denkmale sind, und ihnen im Reich der Wissenschaft die höchsten Würden zu Theil werden lassen.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1859, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_20._Band_1859.djvu/30&oldid=- (Version vom 2.1.2026)