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Nützung seiner Erwerbung eines Gebietes von 280,000 Quadratmeilen versuchte Rußland, gerade wie England mit den amerikanischen Kolonien, durch Besiedelung mit den ihm lästigen oder unreinen Elementen seiner Bevölkerung. Die erste dermalige Einwanderung fand unter Peter I. statt, der die Gefangenen von der Schlacht von Pultawa dahin verwies. Diesen braven, aber unglücklichen Schweden verdankt Tobolsk seine Entstehung und mit ihnen Sibirien die Einwanderung von westeuropäischer Kunst, Wissenschaft, Gewerbe und Handelsgeist mitten unter die Schrecken der rauhesten Natur, in das Dunkel undurchdringlicher Wälder und in die unmittelbare Nähe wilder, vor den fremden Eindringlingen scheu zurückweichender Horden. Nicht anders bildete sich der Anbau der Städte im Osten Amerika’s und die Verdrängung der Indianer von ihren Jagdgründen nach dem Westen. Bald folgten Deportationen von Sträflingen aller Art, die russischen Zuchthäuser und Galeeren entleerten sich in die Steppen Sibiriens; Erfolge Einzelner lockten Abenteurer nach; Taugenichtse, bankerote Kaufleute oder sonst im Verfolg einer bürgerlichen Existenz schiffbrüchig Gewordene suchten ihr verlornes Glück im Kampfe mit der Wildniß wieder, von deren verborgenen Schätzen Wunder geträumt wurden. Ganz gleichartig war die erste Amerika kolonisirende Bevölkerung zusammengesetzt. Der Gefahren trotzende und gewinngierige Sinn dieser Einwanderer führte indessen zur Entdeckung reicher Ressourçen, welche nun auch die Aufmerksamkeit der großen Spekulationen auf sich zog. Handelsgesellschaften, ähnlich den amerikanisch-englischen Pelzkompagnien, wurden von der Regierung mit werthvollen Privilegien patentirt und in der Ausbeutung des an nutzbaren Mineralien reichen Bodens und der von kostbaren Rauchthieren bevölkerten Wälder geschützt. Der so größere Dimensionen annehmende Handel und die sich immer weiter ausbreitenden Niederlassungen vollbrachten das Werk der mit dem Schwert begonnenen Eroberung. Von großer Wichtigkeit zeigte sich bald die Nachbarschaft eines ungeheuren, nach den mannichfaltigsten Bedürfnissen europäischer Industrie begehrlichen Reich’s: China’s. Es entspann sich längs dessen Nordgrenzen mit den anwohnenden russischen Kolonisten ein lebhaftes Tauschgeschäft, welches zu solcher Bedeutung heranwuchs, daß der Schwerpunkt des sibirischen internationalen Verkehrs sich dahin verlegte. Dazu kommt, daß der Süden Sibiriens außerhalb der Wendekreise liegt und mit der Unwirthlichkeit des übrigen Landes nichts gemein hat. Der Fuß des Altai und die Umgebung des Baikalsees gehören zu den freundlichsten, vegetationsüppigsten und fruchtbarsten Gegenden der gemäßigten Zone, und auch hierin ähnelt der Entwickelungsgang des asiatischen Rußland dem von Nordamerika, daß sich im Süden eine ackerbautreibende, den Kern des staatlichen Lebens bildende Bevölkerung ansetzt, während der Norden einer unbeständigen, ab- und zufluthenden, jagenden und wagenden Klasse von Menschen, ohne feste Wohnsitze, angehört. Zu beiden Klassen liefern die Deportationen noch das größte Kontingent; man schätzt es auf 10,000 Seelen im Jahresdurchschnitt. Der Verbannte verliert in den meisten Fällen dort den Charakter eines Sträflings. Wenn auch den Behörden als