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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band | |
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der Stadt hat hüten müssen, die erhitzten Schläfe umfächelt. Da ertönt die Glocke, die unser Reiseziel anzeigt; wir sind bei Newburgh, dem freundlichen, im Hintergrunde unseres Bildchens schimmernden Städtchen.
Unser Besuch gilt dem eine Stunde entfernten Haus, von dessen Veranda das herrliche Bild über den sich hier zu einem See erweiternden Fluß aufgenommen ist. Es ist die Wohnung des greisen, dem Grabe nahen Washington Irving, des einen der Dioskuren am Himmel amerikanischer Poesie; der andere, Cooper, ist ihm vor Jahren schon vorangegangen, während sich Irving noch auf den Lorbeeren streckt, welche die Pietät des amerikanischen Volkes gegen seine großen Geister ihm so bequem unterbreitet. Hier an demselben Gestade, dessen natürliche Pracht und mannichfaltige geschichtliche und romantische Momente Irvings blühende Poesie so oft verherrlichte, hat die dankbare Nation eines der reizendsten Fleckchen auf amerikanischer Erde dem müden Dichter zum Ruheplatz auserlesen und so sinnig geschmückt, wie eine heitere Idylle aus des Dichters eigener Phantasie. – Hätten unsere Dichter, unter denen es an Irvings und Coopers wahrlich nicht fehlt, doch auch solcher Dankbarkeit ihrer Zeitgenossen sich zu erfreuen!
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1859, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_20._Band_1859.djvu/51&oldid=- (Version vom 3.1.2026)