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Es war ein Vernichtungskampf des letzteren gegen die Bauwerke des Heidenthums, der sich bis in die letzten Jahrhunderte der Neuzeit fortgesetzt hat. Die alten Tempel waren allmählig herrenloses Gut geworden und lieferten nur Material und Schmuck zu den neuen christlichen Kirchen. Es ward die Legende von denen, die unseren Heiland an’s Kreuz schlugen, seine Kleider theilten und um seinen Rock das Loos warfen, zum umgekehrten Gleichniß. Die herrlichen Portiken, ein Hauptschmuck Roms, wurden ihrer Säulen beraubt, um vor den Eingängen der Kirchen und Klöster zu stehen. Die Friese und Basreliefs wurden von den Tempeln genommen und christlichen Basiliken eingefügt, das Pantheon ward seines vergoldeten Daches entblößt, um die Kuppel der Peterskirche damit zu decken, die Trajans- und Antoniussäule wurden in Glockenthürme verwandelt, zu Steinbrüchen wurden die Tempel, und die Marmorsäge amputirte ohne Aufhören an den prachtvollen edlen Gliedern antiker Plastik und Architektur. Gegen diesen Vandalismus des christlichenRoms erscheinen die Zerstörungen durch die verschrieenen Barbaren so gering, wie muthwilliges Kinderspiel. Nach der Plünderung des Genserich noch schildert Theodorich’s Geheimschreiber, Cassiodor, Rom und die kostbaren Säulen seiner Gebäude, die Menge bronzener Standbilder auf allen Straßen und Plätzen, die öffentlichen Bäder und Brunnen, den Circus maximus mit seinen Obelisken, vor Allem aber das Kapitol und das Forum Trajans als Wunderwerke, die alle menschliche Einbildungskraft überragten. Noch um die Mitte des siebenten Jahrhunderts bestand der kaiserliche Palast auf dem Palatin als Residenz des Exarchen, und so lange die griechische Oberherrschaft währte, bedurften die Päpste zur Zerstörung antiker Bauwerke wenigstens der Erlaubniß der Kaiser oder ihrer Statthalter. Karl der Große konnte noch das „goldene Rom“ bewundern. Ueberschwemmungen, Blitze, Erdbeben halfen mit am Werke der Verwüstung, und als die Päpste erst von den Byzantinern befreit waren und ihre Kirchenbaulust durch wachsende eigene Macht und Geldmittel freieren Spielraum gewann, ward jede neue Kirche der Untergang eines oder mehrer alten Bauten und die Vernichtung der alten Stadt hielt mit der steigenden Blüthe des christlichen Roms gleichen Schritt. In den Ende des neunten Jahrhunderts beginnenden Fehden der mächtigen Barone unter sich und gegen die Geistlichkeit wurden die noch übrigen antiken Tempel, Theater, Circusse und Triumphbogen zu Festungen und Burgen umgeschaffen oder Behufs Anlegung solcher abgetragen. So hatten allein die mächtigen Frangipani das Kolosseum, den Titusbogen, den Circus maximus, den Janusbogen und den Tempel der Venus und Roma in eine gemeinsame Befestigung vereinigt. Diese Baronalfehden haben mehr zum Untergang des alten Roms beigetragen als alle Verwüstungen fremder Eroberer. Petrarca klagte beim Anblick des Roms seiner Tage: „Nicht die Zeit, noch Barbaren, sondern die eigenen Bürger und Söhne Roms haben mit dem Mauerbrecher gethan, was der punische Held nicht ausrichten konnte“. Aber noch hatte Vieles dem Werkzeug der Zerstörung widerstanden und gab Zeugniß von früherer Herrlichkeit; im Imperatorenpalast auf dem Palatinus hielten