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die Ottonen Hof auf ihren Römerzügen, und die deutschen Kaiserinnen gaben Feste in den Gemächern der Livia. Da kam die Verheerung herangebraust mit Robert Guiscards wilden Normannenschaaren, so furchtbar, wie Rom keine mehr vor noch nachher gesehen. Sie vernichteten fast zwei Dritttheile der Stadt so gründlich, daß ihre Stätte, auf und um den Cölius und Aventinus, seitdem unbewohnt blieb. Nach dem kamen Zeiten, in welchen das verödete Rom kaum 30,000 Einwohner zählte. Was noch an alten Monumenten verschont geblieben, vernichtete der Senator Brancaleone, als er, um die Macht der Barone zu brechen, alle von diesen innegehabten Thermen, Tempel, Theater und andere antike Gebäude, hundertundfünfzig an der Zahl, schleifen ließ. Auch die Abtragung des Kolosseums hatte er beschlossen, starb aber vor der Ausführung. Was er übrig gelassen hatte, stürzte in dem furchtbaren Erdbeben, von welchem Rom ein Jahr nach der Bonazischen Pest (1318) mit ganz Italien wiederholt heimgesucht wurde, zusammen. Die in Elend und Rohheit versunkenen Römer verkauften, wie Petrarca bejammert, nicht nur alte Kunstwerke aller Art, sondern selbst die Säulen und den Marmor der Tempel. Auch nach und während des Schisma’s wurde von eben diesen Römern, deren Schriftsteller noch jetzt fortfahren, für das Werk ihrer eigenen gewinnsüchtigen Demolirung den Vandalismus der Barbaren anzuklagen, eines der herrlichsten und unzerstörbarsten Werke des Alterthums, das Mausoleum des Hadrian, bis auf seine letzte Spur zertrümmert, und ein Theil des Kolosseums, das allen Angriffen Trotz geboten hatte, zu Kalk verbrannt. Um diese Zeit glich die ganze Stadt einer Wüste. Nur in den Niederungen wohnten auf Vignen und Feldern Bauern in elenden Hütten. Alle höhergelegenen Theile waren verödet, die Kirchen standen verlassen und verfielen, Forum und Kapitol waren mit Gemüsegärten bepflanzt, auf den unangebauten Strecken hausten Schweine und Büffel, die Obelisken waren bis auf einen zerbrochen und umgestürzt, und von den unzähligen Statuen fand Poggio, der um 1430 die Stadt besuchte, nur noch eine von Marmor und fünf von vergoldeter Bronze übrig.

Rührend sind die Klagen der Augenzeugen über den jammervollen Zustand der Reste des alten Roms zu Anfang und gegen Mitte des 15. Jahrhunderts, und dennoch war selbst um diese Zeit unendlich mehr von denselben vorhanden als jetzt. Was Aeneas Silvius (der spätere Pius II.) damals sang:

Welch’ Entzücken’ gewährt mir, o Rom, deiner Trümmer Betrachtung;
     Du, die gefallen, noch laut kündest den einstigen Glanz! –
Aber dein jetziges Volk! – von den alten Mauern den Marmor
     Bricht es und brennt zu Kalk schmählig die glänzende Zier.
Ruchlose Brut! Noch drei Jahrhunderte hause so fort, und
     Keine Spur verbleibt einstiger Größe in Rom!