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ihres Namens, und als dieser „1440 sein Pflanzenleben zu Weißensee endigte“, wie der alte Chronist Thon berichtet, stieg der streitbare Friedrich, der ihm folgte, von dem alten Felsenschlosse herab und nahm den glänzenderen Herzogs- und Churstuhl von Sachsen ein.

Die Wartburg war nur noch Amtmannswohnung und verfiel. Hatte schon hundert Jahre früher der Blitz übel in ihr gehaust und den größten Theil der alten Pracht vernichtet, so ging es ihr nun noch schlimmer, nicht bloß die „hängenden Gärten“ Friedrichs des Freudigen, auch andere Gemäuer fielen von selbst ein und es war hohe Zeit, daß „die ganze Burg inwendig und auswendig zusamt den Thormen und allen Häußern berapt, die schadhaftigen Mauern gebuest und ausgezwickt“ wurden, damit ihr bescheidenster, unscheinbarster und doch größter Gast dort Schutz und Herberge finden konnte.

„Luther auf der Wartburg“ – ist kein Gegenstand der Geschichte dieser Burg: es ist die Ueberschrift eines neuen Theils der Weltgeschichte. Wir gehen mit stiller Ehrfurcht an dem erhabenen Bilde vorüber, das allen Fürstenglanz überstrahlt und die Wartburg noch zum Heiligthum der Nation weihete, als beide, Nation und Burg, verkommen und versunken am Boden lagen.

Seit Luther im heiligen Zorn das Thor der Burg hinter sich zugeworfen, war der Geist der Freiheit von ihr gewichen. Sie ward zum Gefängniß. Der Nothwendigkeit, sie für diesen Zweck zu erhalten, verdankt sie es, daß sie nicht, gleich hundert andern Burgen Thüringens, ganz von ihrer Höhe verschwand. Zerrissen und geflickt hielt sie sich nothdürftig aufrecht, auf bessere Tage wartend. Diese kamen, als der niedergetretene Geist der Nation sich endlich wieder erhob, und der sie zuerst in diesem Namen begrüßte, war Karl August. Er ehrte das Denkmal der Väter und half ihm auf, so viel er es vermochte; er ließ das Einsturzdrohende niederreißen, erbaute das „neue Haus“ von Stein, beseitigte alle verdüsternden Anhängsel der späteren Zeit und schmückte den alten Bau mit Rüstkammer und Bildnißsammlung.

Die höhere Ehre der Burg mußte jedoch vom Volke selbst ausgehen, und das geschah durch des Volkes beste Söhne: durch die im Freiheitskampf bewährte Jugend der deutschen Burschenschaft.

Seit dem 18. Oktober 1817 trägt die Wartburg den Kranz deutscher Freiheit und Ehre, trotz Restauration und Immediatkommission, trotz Muckern und Pfaffen, Revolutionen und Octroyaden, rettender Thaten und Konkordaten, Kongreß-, Reichs- und Bundestagen. Eine vom Schicksal so hart geschlagene Nation, wie die deutsche, wird weder durch Dinte, noch durch Blut erweicht. Aber schwer trug sie an der Last eines dreißigjährigen inneren, unheimlichen politischen Kriegs, dessen Flamme nur einmal, 1830, emporflackerte, um von Neuem die Gefängnisse zu füllen. In jenen langen, trüben Tagen gab es kein Volks- und Freudenfest auf der Wartburg. Nur einsame Züge Trauender schlichen dahin, Jünglinge, die die Faust ballten, Männer, die kummervoll