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Verlangtest Du, Leser, Beschreibung des Einzelnen und Schilderung des Naturbildes rund um die Burg, so bist Du freilich getäuscht. Dessentwegen solltest Du selbst kommen! Thüringen liegt ja mitten im deutschen Vaterlande, das rege Herz, wohl würdig seines starken Körpers, und ist den fernsten Gliedern nahe genug, um sie mit Sehnsucht für sich zu erfüllen. Wem aber das Glück des Lebens treu ist bis zum Jahre 1867, der kann sich deß doppelt freuen: er wird mit frohlockenden Schaaren deutscher Pilger zu dieser Höhe wallen, auf welcher die Wartburg ihr 800jähriges Jubelfest begeht. Möge dann auch Dir, lieber Leser, ihr „Willkommen!“ gelten!




Fairmount bei Philadelphia.




Der Leser wird sich mit mir aus der Schulzeit noch erinnern, daß die Wasserwerke von Fairmount den Wunderwerken der Welt beigezählt wurden. Heutzutage sind solche Wunderwerke aller Orten zu finden, wo in dichtem Zusammenleben großer Bevölkerungen das Bedürfniß nach gutem Wasser als das erste und unentbehrlichste Lebenselement erkannt worden, wo Reinlichkeits- und Gesundheitspflege, auf der Straße wie im Haus, als wichtige Pflichten der Nationalökonomie gelten und wo Sicherung vor Feuersgefahr, die Dampfkraft und Gewerbthätigkeit, so hervorragende Bedingungen bürgerlicher Wohlfahrt, vom Wasser ihre Erhaltung begehren. Hat doch das Verlangen nach Wasser schon die wichtigsten Bauwerke der alten Welt geschaffen, wie viel mehr unserer Zeit, die an eine viel ausgedehntere, ja luxuriöse Verwendung dieses Elements gewöhnt ist; daher übertreffen auch die Wasserwerke unserer großen Städte an Großartigkeit und kunstvoller Anlage die in ihren Ruinen noch Erstaunen erweckenden Aquädukte der Assyrer, Aegypter, Römer und Mauren.

Lange galten Philadelphia’s gewaltige Wasserwerke als die vollkommensten Konstruktionen der Neuzeit, und allerdings gebührt der überaus reinlichen Quäkerstadt das Verdienst, daß sie zuerst, und zwar mit ungeheuren Kosten, das System zur Anwendung brachte, das Wasser nicht nur aus der Ferne herbei zu leiten, sondern