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für die Sache der Menschenrechte und der nationalen Unabhängigkeit stritten, und so lange man Liebe zur Freiheit unter die edelsten Regungen der Menschenbrust zählen wird, so lange wird darum auch Faneuil-Hall als eine geweihte, der Menschheit heilige Stätte verehrt werden.

Verweilen wir einige Augenblicke bei den Tagen, in welchen Faneuil-Hall seine glorreichste Rolle gespielt hat. Eine der frühesten Veranlassungen zur Kundgebung des Volksunwillens über die Anmaßungen der königlichen Macht war, wie bekannt, die Einführung der berüchtigten Stempeltaxe. Diese Maßregel, die nichts als die Erpressung neuer Einkünfte für die Krone bezweckte, erregte allenthalben die stärkste Erbitterung und rief an mehren Orten Demonstrationen der entschiedensten Art hervor. In Newyork wurde das Stempelpapier öffentlich verbrannt, in Philadelphia läutete man die Trauerglocken. Nirgends aber so stark wie in Boston zeigte sich, von welch energischem Willen man erfüllt war, seine wohlverbrieften Rechte und Freiheiten zu schützen. Schon die erste Kunde von dem neuen Gesetz versetzte die Bevölkerung in allgemeine Aufregung. Als darauf – im August 1765 – die Stempelbeamten wirklich ernannt wurden, faßte man in großer Versammlung den Beschluß, die Durchführung des Gesetzes mit Gewalt um jeden Preis zu verhindern, und einige Tage später sah man, vor der Stadt auf einem öffentlichen Platze, die königlichen Beamten in effigie an einer hohen Ulme aufgehängt. Es war das Werk von bostoner Handwerkern, „Söhnen der Freiheit“, wie ein damaliger weitverbreiteter politischer Verein sich nannte. Fast alle Geschäfte waren an jenem Tage geschlossen. Unermeßlich war der Zudrang der Menschen nach der improvisirten Richtstätte; die Behörden vermochten nichts dagegen zu thun. Am Abend trug man das Konterfei in Prozession durch die Stadt nach einer Anhöhe, verbrannte es hier mit feierlichem Pomp, demolirte das zum Stempelgebäude bestimmte Haus, schlug mehren Beamten die Fenster ein und kühlte in noch andern Akten der Gewalt seinen Unmuth. – Ein zweiter Auftritt von ähnlichem Charakter folgte wenige Wochen später.

Die Einsichtigern und Edlern unter Bostons Bürgern hatten mit diesen Excessen nichts gemein. Sie sprachen bei den Versammlungen in Faneuil-Hall ernst und entschieden ihren Abscheu aus vor allen unüberlegten gewaltsamen Vorgängen, die der Sache der Freiheit nur schadeten, und sie verpflichteten sich gegenseitig, allen Einfluß anzuwenden, um ähnliche Unordnungen für die Zukunft zu verhindern. Sie wußten, daß mit ungeduldiger, nervöser Hast nichts ausgerichtet werde, sondern daß nur ruhig besonnenes, auf Ueberzeugung gegründetes, festes und energisches Handeln zum Ziele führen könne. Die Grundsätze des ewigen Rechts, die Gebote des Gewissens waren die Richtschnur für ihre Handlungen, nicht die Leidenschaften des Augenblicks oder die vorübergehenden Interessen des Individuums.