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legte die Leiden des Vaterlandes vor dem Throne des Himmels nieder und verknüpfte auf diese Weise die Sache des Volks mit Gottes Gerechtigkeit. Präsident der Versammlung war Otis. Nach allgemeinem Beschluß wurde eine Deputation, Samuel Adams an der Spitze, an General Gage, den Befehlshaber der englischen Truppen, abgesandt, um nach den Gründen zu fragen, aus welchen ein Truppenkörper nach Boston beordert sei. Die Antwort des Generals war unbefriedigend; er machte Ausflüchte, gab vor, in die Absichten der Regierung nicht eingeweiht zu sein. Die Stadt Boston wollte indessen nicht länger auf’s Ungewisse hin warten, und sofort wurde eine zweite Versammlung in Faneuil-Hall veranstaltet. Jetzt traf man ernstere Maßregeln. Man wählte Abgeordnete zu einem Generalkonvent, um über den Frieden und die Sicherheit der Provinz zu berathen, und forderte in einem Rundschreiben alle Städte einzeln auf, ebenfalls Deputirte zu schicken. Zugleich empfahl man dem Volke, sich „männiglich mit wohl eingerichteten Schießgewehren und der nöthigen Munition auf alle Fälle zu versehen“.

Noch ein wichtiges Ereigniß aus der Vorgeschichte der Revolution, das zu Faneuil-Hall in genauester Beziehung steht, wollen wir erwähnen: das Blutbad vom 5. März 1770. Die englischen Truppen waren bereits seit einem Jahre in Boston eingezogen, aber Frieden und Ruhe war nicht mit ihnen eingekehrt, und eine feindselige Gesinnung herrschte fortwährend zwischen dem Militär und den Bewohnern der Stadt. Die Folge davon waren zahlreiche Reibungen zwischen beiden Parteien, bei deren einer – es war am 22. Februar des genannten Jahres – ein junger Mann aus dem Volke war getödtet worden. Das Leichenbegängniß desselben gab den Bürgern wiederum zu einer großartigen Kundgebung ihrer patriotischen Gesinnungen Anlaß. Ausgehend vom berühmten „Freiheitsbaum“, den man wie ein heiliges Symbol geschmückt hatte, und an dessen Fuß der Sarg auf einer Bahre ruhte, bewegte sich der Zug feierlich und würdevoll durch die Hauptstraßen der Stadt. Inschriften, die Freiheit verherrlichend und voll Haß gegen die Tyrannei, waren am Sarge angebracht. 500 Schulknaben schritten demselben voran; 6 derselben, die Kameraden des Gefallenen, halfen das Bahrtuch tragen. Eine große Anzahl von Bürgern folgten zu Fuß den klagenden Verwandten; Reichere beschlossen in 40 Wagen den Trauerzug. Diese Scene, welche der in den Herzen des Volkes schon lange brennenden Flamme neuen Brennstoff zuführte, war das Vorspiel zu ernsteren Auftritten. Die Erbitterung des Volkes wuchs und erreichte den höchsten Grad. Die Morgenblätter des genannten verhängnißvollen Tags (5. März) enthielten Berichte von mannichfachen Zusammenstößen zwischen Volk und Militär. Alles schien auf eine Katastrophe hinzudrängen. Die britischen Offiziere, einen Ausbruch fürchtend, ließen die Truppen früher als gewöhnlich ihre Quartiere beziehen. Gegen 9 Uhr Abends geriethen einige junge Leute mit einem Wachposten zusammen; man wurde handgemein, und einer der ersteren erhielt eine leichte Kopfwunde. Der Lärm hatte bald einen Haufen Menschen auf dem Platz versammelt, die Aufregung