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stieg, die Straßen füllten sich mehr und mehr, und als jetzt vollends die Glocken zu läuten anfingen, strömte das Volk von allen Seiten bei. Die Menschenmassen drängten dichter auf das Militär ein; man warf nach ihnen mit Holz und Schneeballen. Da fordern ein paar unberufene Stimmen sie auf, zu feuern. Die Soldaten, in der Meinung, das Kommando gehe von ihren Offizieren aus, und ohne Zweifel gereizt durch wiederholte Beleidigungen, gaben Feuer. Zwei oder drei schossen in die Luft, die übrigen verfehlten ihr Ziel nicht. Drei Männer blieben auf dem Platze todt; zwei andere erhielten tödtliche Wunden, an denen sie binnen Kurzem starben; noch andere wurden schwer verletzt. Jetzt kannte die Wuth des Volkes keine Grenzen mehr. Andern Morgens Volksversammlung in Faneuil-Hall! Alles eilte hin, die weite Halle war noch nie so gedrängt voll gewesen. Wie früher, eröffnete auch diesmal der patriotische Prediger Cooper mit andächtigem Gebete die Versammlung. Dann nahm das Volk die Sache in seine eigenen Hände und schritt, dem vor den Thoren stehenden Heere zum Trotz, zur Untersuchung der Vorgänge am verflossenen Abend, Verschiedene Zeugen wurden vernommen; es stellte sich heraus, daß tödtliche Drohungen von den Soldaten ausgegangen waren. Man stellte das Votum, „daß die Stadt unter allen Umständen von den Soldaten befreit werden müsse“ – und eine Deputation ging ab, dem Befehlshaber der Truppen und den königlichen Civilbehörden dieses entschiedene Verlangen vorzutragen. Wirklich erreichte man seinen Zweck. Der kommandirende Offizier gab sein Wort darauf, daß die Truppen zurückgezogen werden sollten, und die Stadt sah sich bald von ihrer lästigen Bürde befreit.

Wir verfolgen nicht weiter die einzelnen Ereignisse, welche die Volksversammlungen in Faneuil-Hall als eine Vorschule der Revolution erkennen lassen, und berühren nur noch mit wenigen Worten die übrige Geschichte des Gebäudes. Seine Entstehung verdankt Faneuil-Hall einem französischen Hugenottenabkömmling, der, mit irdischen Gütern reich gesegnet, sein Glück im Wohlthun und in heilbringenden Stiftungen fand. Er ließ das Gebäude in den Jahren 1740–42 errichten und machte es der Stadt zum Geschenk, um sie mit einem angemessenen Marktplatz zu versehen, an dem sie bisher noch Mangel gelitten. Dieses ursprüngliche Gebäude wurde 20 Jahre später ein Raub der Flammen, von der Stadt jedoch sogleich wieder neu aufgebaut und endlich 1805 durch Anbauten und Hinzufügung eines dritten Stockes vergrößert. Nun hat es etwa 100 Fuß Länge und 80 Fuß Tiefe. Von den drei Geschossen wird das untere durch Waarenläden verschiedener Art eingenommen; im zweiten Stock befindet sich die große Halle von 76 Fuß in’s Geviert, 28 Fuß hoch, mit Gallerien, die auf dorischen Säulen ruhen. In dieser Halle, dem Schauplatz der Volksversammlungen, hängt Washingtons lebensgroßes Bildniß. Im dritten Stocke befindet sich ein geräumiger Saal, in welchem die Landwehr sich in den Waffen übt.

Seinem, vom Gründer ihm vorgeschriebenen Zweck: für alle Zeiten den öffentlichen Angelegenheiten gewidmet zu sein, hat man das ehrwürdige Gebäude treu erhalten. Alles, was seit 80 Jahren, auch nach der Revolution,