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französischen Revolution herein, von welchen nothwendig abermals Deutschland den größten und Sachsen den wichtigsten Theil innerhalb seiner Grenzen mußte wüthen sehen: bei Leipzig stehen die Ehrensäulen vom letzten Kampfe dieser großen wilden Zeit.

Am Ende der Kriege war Deutschland frei – von den Franzosen, Sachsen um drei Fünftel seines Gebiets und die Hälfte der Bevölkerung kleiner, Leipzig durch die preußischen Zollgrenzen vom größten Theile von Deutschland und durch ein nagelneues Verbrauchssteuersystem sogar vom eigenen Inlande abgesperrt. Unter der Last solcher Verkehrsfesseln wandt sich die Stadt fast zwanzig Jahre lang keuchend vorwärts, denn auch der sogenannte mitteldeutsche Handelsverein von 1828 war mehr darauf berechnet, die Staatenfinanzen, als den Verkehr zu heben. Erst nachdem Sachsen dem deutschen Zollvereine beitrat (1833), ergoß sich frisches Blut in Leipzigs Adern, regte sich in allen Geistern und Händen der fleißigen Stadt ein neues, schaffensfrohes Leben.

Den wichtigsten Einfluß übten diese Anfänge zu einer deutschen Einigung zunächst auf die Leipziger Messen, von deren jetziger Großartigkeit man sich einen Begriff machen kann, wenn man bedenkt, daß durch sie jährlich an Gütern, namentlich Leder, Pelzwaaren, Tuchen, nicht weniger als 600,000 Centner nach Leipzig kommen, die von einer besondern Meßbevölkerung von 30,000 Menschen begleitet sind. Die ganze Stadt erscheint zur Meßzeit wie eine ungeheure Kunst-, Industrie- und Produktenausstellung, umringt von einem Gewühl von Kirchweihlust und Schaugepränge und durchwandelt von einem Durcheinander von Volksgenossen aller europäischen Zungen, Physiognomien und Trachten. Die Messen sind deshalb nicht bloß für die Männer des Geschäfts Tage der Arbeit und Spekulation, der Hoffnung und Sorgen, sondern für eine Menge schaulustigen Volks Tage des Genusses. Für das Leben Leipzigs sind sie die Lungen. Der Großhändler wie der Markthelfer, der große Hausbesitzer wie der kleine Hintermiether, der Fabrikherr wie der Waarenkrämer bauen ihre glänzendsten Hoffnungen auf die Zeit der Messe. Alle Unternehmungen, alle Einrichtungen werden nach den Messen gerichtet, die Meßtage sind die großen Feste im Kalender des Leipzigers, nach denen er rechnet und seine Zeit eintheilt; die Messen sind die Quellen seiner Freuden und Leiden, in der Meßzeit flieht ihn der Schlaf, da schlagen seine Pulse doppelt rasch, beflügeln sich seine Schritte, Alles tanzt gemeinsam um das goldene Kalb. Aber gerade diese Hast nach dem Erhaschen der reichsten Meßbeute grenzt bereits nahe an die Thorheit Desjenigen, der die Henne schlachtete, welche die goldenen Eier legte. Schon jetzt beschränken gerade die Meßfremden mit den vollsten Beuteln ihren Aufenthalt auf die kürzeste Zeit, ja, die wichtigsten Meßgeschäfte, die des Großhandels, werden abgeschlossen, ehe nur die Messe begonnen hat, und wenn die Centnerzahl der Meßeinfuhr auch gegen frühere Zeiten imponirt, so beweist dies nur eine Zunahme in der Summe des Geschäftsverkehrs, während der Geschäfte selbst jährlich weniger werden. Allerdings ist Leipzig’s Lage jetzt eine für den Handel sehr bevorzugte, an dem Zusammenfluß des