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Verkehrs von fünf Eisenbahnen; aber weder Dampfkraft noch Telegraphie stehen im Dienste der Centralisation, beide verallgemeinern die Wohlthaten der großen Produktion und des ungehemmten Verkehrs. Deshalb, bei dem vorauszusehenden Verfall der Messen möchten wir es das gesunde Vorgefühl einer glücklichen Stadt nennen, welches Leipzig instinktmäßig antreibt, die Fabrikstadt kräftig aufzubauen, noch ehe die Meßstadt zu verschwinden beginnt.

Wie weit dieser große Wandel der Zeit auch auf dem zweiten Gebiete, auf welchem Leipzig nicht bloß für Deutschland, sondern für einen großen Theil Europa’s den Vorsitz führt, auf dem des Buchhandels und der Presse, seinen nivellirenden Einfluß ausüben wird, läßt sich noch nicht ermessen. In der Größe der literarischen Produktion suchen ihm seit Kurzem mehre Rivalen, wie Berlin, Stuttgart, den Rang abzulaufen, und selbst sein durch Herkommen fast monopolisirt gewesenes Speditionsgeschäft muß es bereits mit genannten Plätzen theilen. Einen Blick aber werfen wir gern auf dieses Gebiet, das in der That ein gerechter Stolz der deutschen Nation ist. Fremdes Unglück war auch hier Leipzigs Glück, denn ohne die allzutolle Wuth, mit welcher die im Jahre 1526 eingeführte und 1529 neu eingeschärfte allgemeine deutsche Reichsbüchercensur gegen Ende des 16. Jahrhunderts gehandhabt wurde, würde Frankfurt a. M. die Oberherrschaft über den Büchermarkt unverkümmert sich erhalten haben. Leipzig trat an seine Stelle, gab 1600 den ersten Meßkatalog heraus, hielt 1670 die erste Bücherauktion, begründete 1682 die ersten gelehrten Zeitschriften, 1789 die erste Modezeitung, 1796 die erste Literaturzeitung, zählte 1831 noch 79 und gegenwärtig 286 Buch-, Kunst- und Musikalienhandlungen, 45 Buchdruckereien, 99 Buchbinder, 16 Antiquare, steht hinsichtlich der Produktivität in periodischer Literatur (149 zugleich erscheinenden Zeitschriften) von keiner Stadt übertroffen da und zu den circa 16,000 Nummern seines jährlichen Meßkatalogs stellt es ein Kontingent von ungefähr einem Dritttheil.

Eine so großartige Werkstatt für die Apparate der Bildung konnte nicht ohne Einfluß auf den Stand der letztern am Orte selbst sein, und die Produkte des Buchhandels haben allerdings mehr zur Verallgemeinerung der Bildung im Volke beigetragen, als die Universität, die des konservativen Geistes ihrer Prager Begründer sich noch heute in offizieller Weise zu rühmen pflegt. Ueberhaupt ist die bessere Schulbildung auch in Leipzig neueren Datums und die Stadt verdankt sie weniger der Weisheit der Jünger ihrer Alma mater, als dem tüchtigen Bürgersinn, der endlich die wahre Quelle des Volksglücks erkannt hat und Allen zugänglich zu machen sucht.

Zu einem redenden Zeugniß solch tüchtigen Bürgersinns lassen wir uns schließlich von unserem Bilde führen.

Das stattliche Museum auf dem großen schönen Augustusplatze zu Leipzig verdankt seine Entstehung einzig und allein der großartigen Opferwilligkeit der Bewohner Leipzigs, und es verdient als die Schöpfung und die