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That des ruhmwürdigsten Gemeinsinns eines gebildeten, tüchtigen und gesunden Bürgerthums seinen Ehrenplatz im Universum. Im Winter 1837 trat eine Anzahl Künstler und Kunstfreunde Leipzigs zu einem Kunstverein zusammen, der es sich zu einer seiner Aufgaben machte, den dritten Theil seiner Einnahme zur allmähligen Begründung eines Museums der Stadt zu verwenden. Die Theilnahme war eine allgemeine, und außer den Geldbeiträgen kamen auch bald Schenkungen von Gemälden dem Unternehmen zu Hülfe. Im November 1848 hatte man es bis zu 42 Oelbildern gebracht, die vereinigt mit jenen schönen alten Oelgemälden von Lucas Kranach, welche einst die Nikolaikirche geschmückt hatten, im ersten Stocke der ersten Bürgerschule für die Oeffentlichkeit ausgestellt werden konnten. Zu diesem kleinen Anfang kam die große Schenkung, welche den Bau des neuen Museums veranlaßte, ja überhaupt möglich machte: Heinrich Schletter, ein reicher Handelsherr, ernannte im Jahre 1853 die Stadt zum Erben seiner höchst werthvollen Sammlung von Gemälden der besten französischen Meister und dazu eines Grundstücks im Werthe von 45,000 Thalern, mit der Bedingung, „daß innerhalb von fünf Jahren ein für die Aufstellung der Sammlung passendes und würdiges Gebäude angekauft oder erbaut werde“. Dies geschah; mit einem, durch Zuschuß aus dem Kommunalvermögen der Stadt bis auf 160,000 Thaler erhöhten Baukapital ward, nach dem Plane und unter der Leitung des Professors Ludwig Lange in München, der Bau ausgeführt und am 18. November 1858 eingeweiht und eröffnet. Mit der Schletter’schen Sammlung besteht nun die Gemäldegallerie aus 231 Nummern, und hierzu kam bereits eine neue, der vorigen an Werth kaum nachstehende Schenkung eines andern Leipziger Bürgers, Karl Lampe’s, der dem Museum seine prachtvolle Kupferstichsammlung von mehr als tausend Blättern vermachte. Eine Sammlung von Gypsabgüssen von Werken der neueren und neuesten Kunst seit der Renaissance, im Erdgeschoß des Museums aufgestellt, ist im Entstehen.

Der Bau, sein Aeußeres wie Inneres, ist einfach in seinem Schmuck und tritt nicht mit der Prätension auf, selbst als ein Kunstwerk angestaunt zu werden. Es begnügt sich, die schlichte, jedoch würdige Wohnung der Kunst zu sein, und – mehr noch, wir holen uns aus diesen Hallen der Kunst einen politischen Trost: ein Volk, dessen Bürgersinn in solcher Art gebildet, aufopfernd, tüchtig und gesund ist, wird auch in der drohenden Zeit politischer Noth und Drangsal fest und wacker stehen bleiben; man beschaue sich nur recht die beiden Bilder, die an den entgegengesetzten Enden der Saalreihen hängen: des Paul Delaroche Napoleon auf der einen Seite, ein Bild des sittlichen und politischen Bankerotts, und ihm gegenüber Veit’s Germania. – Man wandelt in und um Leipzig auf dem blutigsten Grunde der deutschen Geschichte; nur Schlachtendenkmäler schmücken die Hügel der Ebene; es ist schwer, durch diese Flur zu gehen, ohne daß die Bilder der Verwüstung Deutschlands uns vor Augen treten; aber eindringlicher spricht zu den Deutschen kein Denkmal aller Kriege, als diese beiden Gegenstücke im Museum zu Leipzig. Nicht die Saxonia, nicht die Borussia oder Bavaria und wie die Dynastenfreundinnen in Stein