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von Giovanelli, und dessen Kraftspruch: „Besser die Zillerthaler zum Henker, als ein lutherisches Tirol!“ – Dies ward denn auch der Wille der getreuen Stände (in welchen „viel unmännliche Herzensschwäche und viel sanfter Servilismus“ herrschend geworden war), dem der Kaiser seine Genehmigung ertheilte. Im August 1837 zogen 399 Seelen, Männer, Weiber und Kinder, vom geliebten Land der Väter fort nach Schlesien, wo Preußens König ihnen eine neue Heimath geöffnet hatte, der sie in treuer Erinnerung den Namen Hoch-, Mittel- und Nieder-Zillerthal beilegten.

Ein Jahr nach diesem traurigen Tiroler Seitenstück zu den Salzburger Auswanderungen des vorigen Jahrhunderts erhielt Tirol für seine christliche That ein entsprechendes Geschenk: die Jesuiten, und das verdankte es demselben Freiherrn von Giovanelli, dem damals der ihn vortrefflich charakterisirende Ausspruch in den Mund gelegt worden ist:

„Selbst Kaiser Franz war mir noch zu josephisch,
Die Klerisei ist mir zu wenig pfäffisch,
Der Papst auch ist mir nicht genug Papist,
Und Christus selbst mir fast zu wenig Christ.“

Auf sein und eines andern Jesuitenfreundes, eines Grafen Reisach, Betreiben ward im Jahr 1838 nicht nur die Theresianische Ritterakademie, sondern auch das Gymnasium zu Innsbruck ihrer Leitung übergeben, wozu im Jahr 1844 noch ein neugebautes und gestiftetes Konvikt für 300 Zöglinge kam. Fünf Väter waren im Jahr 1838 „schlechtgenährt, demüthig, anspruchslos“ zu Innsbruck eingezogen, und schon 1845 waren es ihrer achtzig „wohlgehaltene, machtbewußte, ausgreifende Herren.“

Im Jahre 1840 betrug die Zahl der Geistlichen in Tirol 2924, darunter etwa 500 Mönche; außerdem noch 400 Nonnen. Wie hat diese fromme Schaar in dem Volke und für das Volk, zu dessen Seelenheil sie verpflichtet ist, in der That und Wahrheit gewirkt bis zur Gegenwart? Was hat ihnen in diesen 20 Jahren das Volk Tirols zu danken? Welches Ziel hat sie mit ihm verfolgt?

Mit kurzen Worten: Ihr Ziel war das des Hofs und Beide erkannten als den besten Zustand des Alpenvolks – „einen tiefen, aber seligen Schlummer, über dem das mütterliche Auge der Regierung wacht.“ Und um dieses Ziel zu erreichen, gab es keine besseren Mittel, als: – „Beschwichtigung jeder innern Erregung, hermetische Abschließung gegen außen und eine entsprechende Erziehung durch Kirche und Schule“. Das Ergebniß dieser Bemühungen ist – das Tirol der Gegenwart.