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ihr Ansehen sich festeren Grundes zu erfreuen, ja, Moskau selbst ist im nationalen Preise unendlich gestiegen, seitdem die Flammen von 1812 den Heiligenschein des nationalen Märtyrerthums um seine Mauern ergossen.

Es ist eine wunderbare Fügung des Schicksals, daß derselbe Napoleon, der alle Nationalität verachtete, mit allen Nationen spielte, alle ausnutzte und alle mit Füßen trat, zuletzt auch das schlummernde Russenthum erwecken und auf eine höhere Stufe erheben mußte. Es gibt kein größeres Bild in der ganzen Geschichte der letzten hundert Jahre, als Napoleon aus dem Fenster des Kreml auf das brennende Moskau blickend. Im Riesen-Epos des modernen Heros bezeichnet diese Flammensäule den Wendepunkt eines ungeheuren Schicksals, das den größten Verbrecher am Geiste der Freiheit über die Blutstätten von Leipzig und Waterloo zu seinem Felsenkerker im Ocean führte. Keine Flamme der Welt hat weiter geleuchtet, denn in Spanien wie in Deutschland strahlte sie an den Spitzen der Gebirge wider, Pyrenäen und Alpen glühten, alle Völker erkannten in dem Zeichen die Feuer der Freiheit, die eine höhere Hand geschürt. Und der Geist der Nationalität, der an ihrem Anblick in ganz Europa sich aufgerichtet, ist seitdem wach geblieben, hat rastlos gekämpft, ward wieder in blutige Fesseln geschlagen und ist wieder erstanden und wird ringen und rütteln an Thronen, Schranken, Ketten und Mauern, bis er, der Geist, der nicht erschlagen, ertreten, erwürgt werden kann, den letzten Sieg gewonnen hat.

Nur Siege der Nationen haben von je zum Heil, zum Frieden, zum Aufschwung der Seelen, zum Segen der Bildung geführt, während die Siege der Dynastien nur gar zu oft mit dem Blute der eigenen Völker die Kerkermauern der Fremden kitteten. Die Geschichte ist der Völker Zeuge für diese rettende Wahrheit. Glück und Frieden der Nationen sind fliehende, unstät umherirrende Engel, so lange noch eine Nation in Europa unter der Schmach der Dienstbarkeit gegen jegliches Herrschergelüste athmet, so lange noch eine Dynastie anders herrschen kann, als im Dienste einer Nation.

Auch Rußland steht nicht außer diesem großen Völkergesetz, das einst über ganz Europa walten wird, weil es vor Allem walten muß an dem Herde der Weltkultur. Das ist kein Dichtertraum, sondern das Ziel alles Geistesstrebens, auf dessen Fahne nicht Kaiserthum, nicht Papstthum, nicht Christenthum steht, sondern das erreichbar Höchste auf Erden, das – Menschenthum.


Müssen wir auch zugeben, daß in Rußland der Weg zu diesem Ziele noch sehr weit ist, so kann man doch jetzt schon nicht verkennen, daß in die Bahn dahin eingelenkt wird. Die nationale Richtung ist bis in die Kaiserfamilie vorgedrungen, das Volk beginnt seine moralische und finanzielle Befreiung vom Adels- und Regierungsdruck auf die ehrenvollste Weise damit, daß es durch seine Enthaltsamkeit die Steuern und Opfer der Branntweinpest vernichtet, und der Kaiser selbst schreitet gegen den Adel mit der Aufhebung der Leibeigenschaft vor. Dies