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Die Alhambra.



 
„Ich kenn’ euch wohl, ihr leichtgeschwung’nen Bogen,
Ihr Säulen euch, voll räthselhafter Zier;
Euch hat des Mauren brauner Arm gezogen;
Denn einst als Herr gebot der Maure hier.
Ja, diese Halle ward von ihm gegründet,
Einst seinem Fürst ein prächtig Haus zu sein,
Hier diese Säule ward von ihm geründet,
Und einst sein Hauch belebte diesen Stein.“
 (Prutz.)

Viele, viele Jahre hindurch hatte mich ein Zauberwort von der iberischen Halbinsel angeklungen und jedesmal, wenn dieser Klang in meinem Innern ertönte, eine Sehnsucht, unendliche Sehnsucht in mir wachgerufen, die ich weder zu deuten, noch zu bekämpfen vermochte: „Alhambra“ hieß dieses Zauberwort! Endlich waren meinen Wünschen die Schwingen gewachsen. Ich war mit meinen Reisegenossen und Freunden schon durch ein gutes Stück des dichtungsreichen Landes gezogen und wallte der liedgekrönten Granada zu. Vor uns stiegen die Thürme und Häuser der Herrlichen auf, und die Wahrheit des spanischen Sprüchworts:

 
„Quien no vio a Granada
No vio nada“
[1]

sollten wir Alle heute noch erkennen.

Das gepeitschte Zehngespann vor unserem Wagen jagte aus einer Straße durch die andere und hielt endlich keuchend vor dem Ziele seines heutigen Weges, einem alten, schlechten Hause, in welchem sich die


  1. Wer Granada nicht sah, hat Nichts gesehen.