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Verfassung des braven Hessenvolks zu Boden warf, hat hier ein verfassungs-ähnliches Schriftstück unterzeichnet, das einen völkerreichen Staat beglücken, ein sinkendes Reich erheben soll: kann eine Gabe rein sein, die von solcher Hand kommt? – Es ist nicht möglich, daß Trauben wachsen am Dornstrauch. – So grollten wir im Stillen, auf die verheißenen Landesstatute harrend, aber immer mit der fast ängstlich begütigenden Hoffnung, daß das Gegebene besser sei, als des unwillkommenen Namens Klang.

Da kam zum Manifeste und den Beischriften, welche den Triumph der Ungarn bezeugten, als Erstes das Statut für Steiermark und der Vorhang fiel für unsere Hoffnung und unsere Freude. Das aschgraue Mittelalter stieg, stolzierend in der ständischen Uniform, an das Tageslicht der Gegenwart, vorauf die Geistlichkeit, dann der Adel, dann einige wohl filtrirte städtische Vertretung und ganz hinten einiges mehrmals durch den Wahl- und Reinigungstrichter durchgelaufenes Volk. Und für jedes Ländchen solch ein Ständchen! – Und wie sie sind, diese Stände, so ist auch ihr Dürfen und ihr Sollen: Keine freie, ehrliche, offene Vertretung der deutschen Völker Oesterreichs vor ihrem Oberhaupte und vor der Welt, sondern eine Anzahl gesetzlich streng von einander geschiedener regierungsbevormundeter Volksbeamtenversammlungen für allerinnerste Angelegenheiten! – Und, damit in der Jesuiten-Farçe auch der Hanswurst nicht fehle, dazu die befohlenen Illuminationen, welche der Hofburg zu Wien die Begeisterung der Völker im ganzen Reiche vorlügen sollen!

Leider war unser Artikel demnach nicht vergeblich geschrieben; wir beharren bei ihm Wort für Wort und rufen es nur um so lauter dir zu, du armes schönes verblendetes Oesterreich: so sicher du nicht ablässest, Wind zu säen, so sicher wirst du Sturm ernten!


Schade um das schöne Land und Volk, daß wir’s nun nicht mit frohen Augen beschauen können. Das bittere Gefühl abermaliger Täuschung verhängt alle lachende Herrlichkeit mit dem Flor der Volkstrauer, und ständen wir nicht vor ihr, wir suchten sie diesmal nicht auf, die freundliche Stadt unseres Bildes.

Ich besuchte Bregenz von Lindau aus. Von dieser hellen und heitern Stätte trägt uns der Dampfer der waldigen Gebirgsbucht zu, nachdem wir an der schönen Villa Leuchtenberg vorüber gefahren sind. Je näher dem Seehafen von Bregenz, desto großartiger entfaltet sich das Amphitheater der Hügel und Berge, und endlich begrüßen wir die Stadt am Fuße des Gebhardsberges, an dem sich ihre gesunden alten Glieder wohlhäbig emporstrecken.

Bregenz ist ein Städtchen von etwa 3300 Einwohnern und zerfällt in die untere und obere Stadt. Die untere Stadt war ursprünglich eine Fischeransiedelung, klein und ärmlich, bis der Wohlstand sich hier niederließ und die eigentliche Stadt mit den zahlreichen Behörden, Aemtern und öffentlichen Anstalten hierher verlegte. Als