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Der erste Angriff der an Zahl überlegenen Meißner war fürchterlich. Im ersten Anprall rissen sie die vorderste Reihe der hussitischen Wagenburg nieder, von der zweiten jedoch empfing sie ein mörderisches Feuer aus Haubitzen und Feldschlangen, welche die Böhmen meisterlich zu bedienen wußten. Mit wildem Geschrei stürzten die Taboriten in die Gassen, welche ihr Geschütz in den feindlichen Massen gelichtet hatte. Ein Verzweiflungskampf entbrannte. Die Dreschflegelgarde Prokops that Wunder der Tapferkeit und „wo die Waisen dreinschlugen“, heißt es in einem alten Liede, „dort floß das Blut in Strömen.“ Endlich wendeten sich die Meißner nach verzweifeltem Kampfe zur Flucht; müde vom Schlagen und verschmachtend vor Hitze und brennendem Durst, wurden sie schaarenweise die Schlachtopfer der Verfolger. Die Dörfer Predlic und Herbic wurden angezündet, und viele Meißner verbrannten in deren Häusern, in welche sie sich geflüchtet hatten. Beide Parteien hatten sich vor der Schlacht zugeschworen, keinen Pardon zu geben. Bei Predlic waren vierzehn Grafen und Hauptleute der Meißner von ihren Streitrossen gestiegen, steckten die Schwerter vor sich in die Erde und knieten um die große Meißner Heerfahne, um ritterliche Haft zu bitten, aber vergebens; sie fielen allesammt unter den Streichen der erbitterten Taboriten und Waisen; nur den Edelknaben, welche seitwärts bei den Pferden standen und die Stechhelme ihrer Herren hielten, schenkten die Sieger das junge Leben. Das Heer der Böhmen hatte einen verhältnißmäßig unbedeutenden Verlust erlitten. Die Meißner aber ließen 15,000 Gefallene auf dem Schlachtfelde, darunter 23 Bannerherren und sieben Grafen. Die Elbe war an diesem Tage vom Blute der Erschlagenen geröthet.

Die Herren von Schreckenstein mußten, um sich die Burg zu retten, nach jener unter ihren Fenstern geschlagenen Entscheidungsschlacht den Hussiten Bundesfreundschaft geloben.

Im dreißigjährigen Kriege besetzten im Jahre 1631 die Sachsen unter Arnheim den Schreckenstein, im Jahre 1634 die Schweden unter Banner, im Jahre 1639 ein Streifkorps vom Heere Torstensons und im Jahre 1648 des Obristen Coppy schwedisches Raubgesindel von der königsmarkschen Armada. Vom dreißigjährigen Kriege ab, wurde der Schreckenstein nur selten bewohnt und verfiel allmählig. Im siebenjährigen Kriege waren nur noch einzelne Gebäude unter Dach und ein Theil der Burg bewohnbar.

Während die Preußen im Jahre 1756 Aussig besetzt hielten, hatte sich eine Abtheilung Kroaten auf dem Schreckensteine eingenistet. Die kühnen Rothmäntler neckten den Feind durch häufige Ausfälle und Streifzüge und erschossen bei einem solchen den preußischen General Zastrow. Die Preußen griffen endlich die halbverfallene Burg energisch an, vertrieben die kroatische Besatzung, und ließen ein Kommando unter Major Eminger oben zurück. Nach der siegreichen Schlacht bei Kollin zogen die Kroaten wieder vor Schreckenstein, eroberten die Burg, und nahmen den Major Eminger mit 200 Mann Preußen gefangen.