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und wieder dürr und verbrannt, aber von lebhafterem Roth, als die übrigen Berge: daher wohl sein Name. An seinem westlichen Gehänge erhob sich ein alter Thurm von zweifelhaftem Ursprung, wahrscheinlich ein Wachtthurm; auf der südlichen Seite sah man die Trümmer eines römischen Tempels.

Im Jahre 1240 lebte hier der gerechte und mächtige Sultan Mohammed-Ibn-Abd-Allah-Ibn-Jussuf-Ibn-el-Hamar-el-Nassr, der Herrliche, Fürst und Herr aller Gläubigen, welcher die ersten Meister der Künste und Wissenschaften um sich versammelt, sehr glückliche Kriege geführt und große Schätze angehäuft hatte. Dennoch war er nicht glücklich, denn das Weib seiner Liebe, die Sultanin Lëila el Radtïeh, war ihm geraubt worden; – – doch die Sage, die auf dem Wasser rauscht, erzählt davon nichts weiter und fährt fort, wie dann dieser Sultan für die Braut seines Sohnes, die „weiße Jungfrau“ ein prächtiges Schloß auf dem rothen Hügel erbaute, weil dort der Ruisenor alllenzlich so viel Schönes von Liebe sang, und dieses Schloß „Rubinenpalast“ nannte. Es behielt später diesen Namen nicht bei; El-Hamars Nachkommen gründeten neue Hallen, Thürme und Wälle, und nannten die nach und nach entstandene Burg zu Ehren ihres Gründers „Khassr-el-Hamra“ – Alhambra.

Die Gefährten waren mir weit vorausgekommen; ich ließ sie ziehen. Mir war, als habe jeder Stein besonders mit mir zu reden; ich wußte ja, daß er es gekonnt hätte, deshalb schlenderte ich langsam und träumend die herrliche „Alameda“ hinan. In der „Fonda de los siete Suelos“ traf ich die Freunde wieder und saß bald mit ihnen im Gärtchen vor dem Gasthause, beim goldenen Weine aus Malaga, des Ortes und der Aussicht mich freuend. Für heute war es zu spät zu einem Besuche im Königsschlosse; deshalb genossen wir einstweilen in vollen Zügen Das, was wir vor uns hatten: – und wir hatten Vieles! Sollte der Wanderer hier auch Manches vermissen, was er im lieben, schier überfeinerten Deutschland eben nicht missen will, so wohnt er dafür innerhalb der Ringmauern des Schlosses selbst und lauscht, wenn es Frühling ist, der Nachtigall ihre süßen Minnelieder und dem Wasser seine alten Sagen ab, sieht Festtags die Alameda in ihrem schönsten Schmucke prangen, wenn die dunkeläugigen Schönen Granada’s hier lustwandeln, hat Bettler und Zigeunerinnen in Hülle und Fülle, Ruhe und Stille oder auch Jubel und Becherklang unter dem tiefdunklen, klaren Himmel, wie er es eben erwählt.

Schon der erste Sonnenstrahl des folgenden Tages fand uns wach, und mit dem Frühesten waren wir auf dem Wege zum Schlosse. In mir tauchten alte Erinnerungen auf: das Volk vom fernen Osten, mit dem ich so lange zusammengewohnt hatte, wallte vor meinen Augen wieder aus und ein auf der verödeten Stätte, die die Kunst seiner Baumeister geweiht hatte. Doch kaum hatte ich die oberhalb des alten „Thores der Gerechtigkeit“ in die Mauer gebrochene Pforte durchschritten, so wurden diese mir gar freundlich erscheinenden Bilder der Vergangenheit