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Westen Franzosen angesiedelt, ehe ein englisch redender Mensch Louisiana mit Augen erblickt hatte: durch die Einwanderung hat die Union Mark und Kraft bekommen, und alle verständigen Männer haben den Werth derselben stets zu schätzen gewußt. Jeder fremde Ankömmling, der vor der zuständigen Behörde die Erklärung abgibt, daß er Bürger werden wolle, tritt nach Ablauf von fünf Jahren in das volle Bürgerrecht der Union ein; in den einzelnen Staaten sind die Bestimmungen über das Bürgerrecht für den betreffenden Staat verschieden. Allmählig wurden die „adoptirten Bürger“ durch ihre beträchtliche Anzahl und ihren Reichthum ein wichtiger Faktor in der Politik und gewannen Einfluß, welchen ein Theil der eingebornen Amerikaner ihnen nicht gönnte, obwohl auch sie zum bei weitem überwiegenden Theile Söhne oder Enkel von Einwanderern sind. Schon vor etwas mehr denn zwanzig Jahren, als diese „Nativisten“ anfingen in politischer Beziehung wirksam aufzutreten, erließen sie einen öffentlichen Aufruf, in welchem sie mit komischem Pomp und anmaßendem Schwulst wörtlich erklärten: „Wir, die eingeborenen Bürger der Vereinigten Staaten, erkennen keine andere Macht über uns, als unsern erhabenen Willen und unser eigenes Gefallen, wie es in unserer Verfassung sich ausspricht. Wir sind der Adel, das königliche Blut von Amerika, und wir sollten es als Hochverrath betrachten und sollten uns auf den Tod jedem Versuche widersetzen, der unsern Erbanspruch auf ungetheilten Besitz amerikanischer Rechte, Freiheiten und Vortheile sich anmaßen will. Der Ausländer kann nur allein durch Handarbeit den Vereinigten Staaten nützen, und es ist die Pflicht und das Recht des amerikanischen Volkes, die Fremden darauf zu beschränken, weil Handarbeit der einzige für sie angemessene Beruf in diesem Lande ist.“

In diesen Worten spricht sich die ganze Ueberhebung und Anmaßung der Nativisten aus, welche vor etwa acht Jahren in neuer Verpuppung, aber mit derselben Grundansicht als Partei der Nichtswisser, Know-Nothings, auftraten. Sie verfahren bis heute sehr ausschließlich gegen alle Fremden, insbesondere aber gegen die Katholiken. Ihre Führer, die „Drahtzieher“, bildeten dann einen geheimen Orden mit mehren Graden, und nannten sich Nichtswisser, weil von allen politischen Umtrieben, welche sie insgeheim anzettelten, nichts verrathen werden durfte. Die Mitglieder waren eidlich verpflichtet, allemal für die Männer und die Maßregeln zu sprechen, zu schreiben oder zu stimmen, welche ihnen von den Ordensobern empfohlen würden; diese letztern aber traten als ehrgeizige Demagogen auf. Die Know-Nothings waren und sind eine Partei des Fremdenhasses; aber eine Zeit lang so mächtig geworden, daß sie bei der Präsidentenwahl von 1856 über 800,000 Stimmen verfügen konnten. Jetzt ist der Orden als solcher verschwunden, aber die alten Genossen halten noch vielfach zusammen, und ihre Gesinnung hat sich nicht geändert.