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niederzuschlagen. Um recht sicher zu gehen, wurden Rowdybanden auch aus andern Städten, namentlich aus Washington und New-York, verschrieben. Das Geld gaben die Know-Nothings.

Alles Weitere ergibt sich aus den, wie schon bemerkt, amtlich erhobenen Thatsachen. Wir wollen bemerken, daß Baltimore in zwanzig Stadtviertel (Wards) getheilt ist, deren jedes seine eigene Stimmbude, Poll, hat.

Schon früh am Morgen zogen Raufbolde in starken Gruppen durch die Straßen, um den Wählern zu zeigen, daß sie auf dem Platze seien. Sie tranken reichlich und begaben sich dann in die Nähe der Polls, wo die „Lustbarkeiten“ auch sofort begannen. In der ersten Ward wollte Herr Cockey, ein Demokrat, seinen Stimmzettel abgeben, man schlug ihn aber mit einem Spitzbohrer zu Boden und drängte die übrigen Wähler mit Stock- und Faustschlägen zurück. Eine Anzahl deutscher Wähler schlug indeß die Rowdies zurück. Die Polizei war anwesend, verhielt sich aber ganz unthätig, außer daß sie mit den Raufbolden sich unterhielt und mit ihnen trank. In der zweiten Ward hatte man zum Schutz der Stimmbude eine Barrikade aufgeworfen, aber diese wurde von den „Mitgliedern der Klubs“, wie die Raufbolde sich nannten, weggenommen und besetzt; eine Abtheilung derselben holte viele Wähler aus ihren Wohnungen herbei, und zwang sie unter Mißhandlungen, den Stimmzettel der Know-Nothings abzugeben. Nachmittags vier Uhr trafen in der Nähe der Polls zwei Rowdybanden, die mit einander in Streit gerathen waren, auf einander; die wilde Schaar war betrunken, und in der Präsidentenstraße kam es zu einem blutigen Kampfe mit Revolvern und Bowiemessern. Während des Gefechts zogen Andere umher und preßten Wähler; sie griffen einen deutschen Bürger auf. Als ein Landsmann denselben ihnen entreißen wollte, schoß der Raufbold Crowdly denselben nieder. In der dritten Ward, in der Bondstraße, hatten die rechtlichen Leute, die „Reform-Partei“, gleichfalls Barrikaden aufwerfen lassen, und am Morgen verlief die Wahl ruhig. Als gegen Mittag ein betrunkener Rowdy Unfug anzettelte, trieb man ihn fort und schlug ihn blutig. Er holte seine Freunde herbei und nun wurden die Reformer verdrängt, denn die Polizei ermuthigte durch ihre Unthätigkeit das Treiben der Unruhstifter. Diese fingen mehre Deutsche auf, die sich zwar tüchtig wehrten, am Ende aber doch für die Know-Nothings stimmen mußten. Einige Male machten die Polizeidiener gemeinschaftliche Sache mit den Rowdies. und schlugen mit auf die Reformer los. Nachmittags war die Stimmbude völlig im Besitze der Klubs, die nun planmäßig darauf ausgingen, Deutsche zu pressen, damit sie das „American Ticket“ verstärkten. Sie brachen in viele Wohnungen ein und schleppten die Leute mit Gewalt zu den Polls. Dasselbe wiederholte sich in der vierten Ward, wo eine sehr zahlreiche Schaar von Knock-Downs thätig war, Kerle mit dicken Knitteln, welche jeden Reformer ohne Weiteres zu Boden schlugen, wenn er sich weigerte, aus ihren Händen einen Know-Nothing-Stimmzettel anzunehmen. Sie ließen gar keinen naturalisirten Bürger an die Stimmbude; auch hier blieb die Polizei unthätig, sah ruhig dem Unfuge zu und freute sich. Im fünften Stadtviertel beobachtete diese Wächterin der öffentlichen