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hindurch schlingt und rankt der Künstler sein wunderbares Arabeskennetz, welchem der Maler die volle Farbengluth seiner Palette ertheilt; und so erscheinen alle Gedichte von drei anderen Künsten getragen, umkränzt und gekrönt. Dankbar dafür preist und erhebt die Dichtung den schönen Verein; sie wetteifert im Wort mit der Leichtigkeit und Zierlichkeit der Baukunst, mit dem Schwung und der Fülle der Bildhauerei und mit der Gluth und der Farbenfrische der Malerei. Im Saale der beiden Schwestern liest man ungefähr folgende Worte in diesem Sinne:

„Du, der Du hereintrittst zu meinen Thoren,
Sieh in mir das schönste Werk des Mohren!
Meines Baues unendliche Schönheit
Hat sich das Volk zum Sprichwort erkoren,
Und wenn mein Name den Lippen entflieht,
Zum Gedicht wird er in Aller Ohren.
Sogar die Steine, die hier verwendet,
Haben die Rauhheit in mir verloren,
Sind wiederleuchtend in meinem Licht,
Als Edelgesteine neu geboren.
Ich bin die Wohnung des Morgenrothes;
Die Sonne beeilt die Flucht der Horen,
Um ewigen Schatten mir zu verleihn
Und selbst die Sterne haben geschworen,
Wenn sie nicht müßten die Welt durcheilen,
Sie zögen herein zu meinen Thoren.“

Das sind einige von den hunderttausend Versen, welche die Wände der Alhambra bedecken von unten bis oben. Wo sich nur immer ein passendes Plätzchen fand, wurde ein Gedicht zur Freude des Auges wie des Herzens mit erhabenen Buchstaben an die Mauer geschrieben. Alle größeren Gedichte sind selbstständig und rühmen entweder die Alhambra selbst und ihre Erbauer oder preisen die Liebe und ihre gewaltige Zaubermacht. Dazwischen aber sieht man, wie an allen maurischen Werken, fromme Sprüche hervortreten, und namentlich der eine von ihnen geht durch das ganze Haus. Er ist der Denk- und Wahlspruch, der Grund- und Schlußstein der Alhambra, das Vorgebet und die Danksagung über den Bau selbst: Wala rhálib ila Allahu hí („Kein Sieger außer Gott der Herr!“) – Dieser Spruch findet sich in der Alhambra überall, in mehr als tausendmaliger Wiederholung und mehr als zwanzigfacher Abänderung in Schreibart und Größe der Buchstaben. Er ist der Grundgedanke jeder Verzierung. In kufischer und arabischer Groß- und Kleinschrift läuft er um die Thürgewände,