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Der erste weiße Ackerbauer in Iowa siedelte sich, – man weiß den Tag genau – am 1. Juni 1833 an. Er schilderte die fruchtbare, von klaren, waldumsäumten Flüssen durchzogene, bis dahin wenig bekannte Gegend, als das „westliche Paradies.“ Fünf Jahre später, im Mai 1838, ergab eine Zählung schon 22,859 Seelen und 1840 war diese Ziffer auf mehr als 43,000 Köpfe gestiegen, so daß sich ein jährlicher Zuwachs von mehr als 44 Procent herausstellte. In gleicher Progression nahm die Bevölkerung bis zum Census von 1850 zu, welcher schon eine Seelenzahl von 192,214 ergibt. Man hat mit Recht gesagt, daß die Nordamerikaner ruhelos wandern, wie die Zigeuner; in ihnen steckt der alte deutsche Hang und Trieb, in die Weite zu gehen. Iowa erhielt seine Ansiedler aus Kentucky und Tennessee, vom mexikanischen Meerbusen, aus Neu York, Pennsylvanien, Neu-Jersey, Delaware und Neu-England, aber mit ihnen kamen beinahe 40 Procent Deutsche, und ihnen verdankt der neue Staat zu nicht geringem Theil seinen zugleich raschen und gediegenen Aufschwung.

Gibt es unter den Angloamerikanern auch Manche, welche die Verdienste der deutschen Einwanderer verkleinern möchten, so werden von einsichtsvollen Leuten dieselben doch willig und unumwunden anerkannt. Im März 1858 hielt der Vorsitzende der geographischen und statistischen Gesellschaft zu Neu York, Dinsmore, einen Vortrag über die Wichtigkeit der Einwanderung, und bemerkte, nachdem er viele Ziffern als Beleg mitgetheilt hatte, Folgendes:

„Den Einwanderern, vorzugsweise den deutschen, sind wir zu Dank verpflichtet für drei Viertheile aller unserer in Anbau genommenen Ländereien, der Anlage der Dörfer, der Hebung des Viehstandes, und auch für drei Viertheile aller Eisenbahnen, welche weit und breit das Land durchziehen. Ich lege besonderes Gewicht darauf, daß ein großer Theil dieser Leute aus nicht reichen Menschen bestand; aber sie brachten Fleiß und Kraft mit, und erzeugten, indem sie arbeiteten. Die Fremden haben das große Werk gethan. Die Eingeborenen, welche das Licht der Welt in unserm Lande erblickten, haben sich als fruges consumere nati betrachtet; denn die sogenannte Arbeit vieler Eingeborenen, die geringschätzig auf Einwanderer herabsehen, besteht darin, daß sie nach Abzug der Zeit, welche sie auf Wettrennen, Branntweintrinken, Besuche und Politik-Machen, Ausstellungen besehen, Spekuliren in allen möglichen Dingen verwenden, höchstens einige Stunden in der Woche zu ihrem Erwerb sich abmühen; der Einwanderer dagegen arbeitet mindestens 50–60 Stunden und schafft Werthe. Veranschlage ich den Geldwerth eines Einwanderers nur so niedrig, wie durchschnittlich jenen der Negersklaven, so stellt sich heraus, daß derselbe für die Einwanderung von 1790 bis 1857 nicht weniger als die ungeheure Summe von 4972 Millionen Dollars beträgt. Dazu kommt, daß nach amtlichen Erhebungen (am Landungsplatze der Einwanderer in Castle-Garden zu New-York) – Jeder durchschnittlich 100 Dollars mitbringt. So viel hat sich aus einem siebenzehnmonatlichen Durchschnitt ergeben. Daß mehr als drei Millionen Köpfe in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, wissen wir mit Sicherheit; sie haben also über 200 Millionen Dollars mitgebracht. Von 1844 bis und mit 1857 wanderten nach demselben Ausweis 3,907,018 Menschen ein.“