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Nach Iowa, das unbestritten zu den fruchtbarsten Staaten gehört, sind Hunderttausende derselben eingeströmt, um sich auf den wellenförmigen Wiesenfluren, an Wäldern und in der Nähe von Flüssen anzusiedeln, oder ihre Hütten an den vielen klaren Teichen und kleinen Seen aufzuschlagen.

Wir mögen den Leser nicht mit Zahlen ermüden, wo sie aber so deutlich sprechen und so inhaltreich sind, wie in Bezug auf Iowa, ersetzen sie vollkommen eine ausführliche Erörterung, denn solche Ziffern berichten und enthalten eine Fülle von Thatsachen. Iowa hatte 1830 noch gar keinen weißen Bewohner, 1840 ergab, wie bemerkt, die Zählung etwas über 43,000, 1850 schon 192,214; im Jahre 1856 bereits 509,414, und im Jahre 1859 schon 633,549 Köpfe. Die allgemeine Zählung von 1860, deren Ergebniß uns noch nicht vorliegt, wird annähernd eine Volksmenge von 700,000 Köpfen ausweisen, obwohl die drei vorletzten Jahre für den Nordwesten ungünstige Ernten brachten und erst jene von 1860 wieder ergiebig ausfiel.

Das steuerpflichtige Eigenthum hatte sich (wir geben runde Zahlen) von 22½ Million Dollars im Jahre 1850 auf 210 Millionen im Jahre 1859 gesteigert; die Zahl der angebaueten Acker Landes von 824 auf 3,100,000; der Maisertrag, von 8½ auf 23¼ Millionen Bushels, der Weizenertrag von 1½ auf 3½ Millionen. Aber in den guten Erntejahren 1856 hatte der erstere schon mehr als 31, der zweite nahe an 5 Millionen Bushels betragen. Während in neun Jahren die Bevölkerung sich um das Dreifache vermehrte, stieg der Werth des steuerpflichtigen Eigenthums um das Zehnfache. Allein der Werth der Ländereien, 7¼ Millionen Acker Brachlandes mit eingeschlossen, stieg in derselben Zeit von 16½ auf 104½ Million Dollars.

Iowa ist recht eigentlich ein Ackerbau treibender Staat, dessen Bewohner zumeist, und jetzt noch vorzugsweise, in der östlichen Abtheilung, zerstreut auf einzelnen Gehöften oder in Dörfern wohnen. Die Anzahl der Städte ist noch gering und keine derselben hat einen so raschen Aufschwung genommen wie etwa Milwaukee oder St. Louis. Eigentlich kann man nur zehn Ortschaften als eigentliche Städte bezeichnen, und von diesen liegen vier (Dubuque, Davenport, Burlington und Keokuk) am Mississippi; doch haben nur die beiden erstern mehr als 20,000 Einwohner. Allein diesen Plätzen ist im Fortgange der Zeit ein rascherer Aufschwung sicher, und ohne die große Geldkrisis von 1857, welcher Fehlernten folgten, wäre derselbe viel beträchtlicher als er trotz aller ungünstigen Zeitläufte erscheint. Denn, wie schon bemerkt, Iowa hat eine vortreffliche Lage, schiffbare Ströme und jetzt nahe an 400 englische Meilen Eisenbahnen innerhalb seines Gebietes, welche sich zum Theil in die Prairiegegenden erstrecken, um die Ausfuhr der Ackererzeugnisse zu erleichtern, zum Theil an jene der benachbarten Staaten anschließen und für Iowa die Verbindung mit den großen Bahnnetzen der Union vermitteln.

An Burlington, das nächst Dubuque die wichtigste Stadt bildet, können wir den Aufschwung Iowa’s vortrefflich erläutern. Kaum eine andere Ortschaft ist so tüchtig und gediegen zur Blüthe emporgekommen. Sie liegt sehr anmuthig am rechten Ufer des Mississippi, der hier bereits die Majestät des großen Stromes ahnen läßt,