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ersten Pflückung, die Frühlingsknospen des Strauches, läßt diese trocknen und zu Pulver zerreiben. Von diesem reicht ein Löffel voll für eine Kanne aus. Man gießt siedendes Wasser auf und schlägt die Mischung mit einem mehrfach gespaltenen Bambusstäbchen, bis Schaum an der Oberfläche erscheint. Das Getränk hat dann einen köstlichen Duft, ist aber sehr erhitzend. Man hält viel auf alterthümliches Geschirr, Rococcotassen und Töpfe; man macht mit schweren silbernen Löffeln Staat, gerade wie bei uns; die kleinen Servietten sind von Seide. An der Wand des Zimmers hängt das Gemälde eines Kranichs, denn dieser Vogel ist ein Sinnbild des Glückes; und eben so wenig fehlt das Porträt des Zauberers Darmi, denn er ist Schutzherr der Theebereitung. In den Theegesellschaften haben auch Herren Zutritt, sie rauchen und trinken Sakki, japanisches Reisbier, das warm genossen wird. Es ist eine Eigenthümlichkeit des Volkes, daß es eine Abneigung gegen kalte Getränke hat. Den jüngeren Damen liegt es ob, die Anwesenden zu erheitern, sie spielen die Zither und singen dazu. Bei festlichen Zusammenkünften herrscht große Fröhlichkeit, und Liebhabertheater fehlen nicht. Namentlich in der Winterzeit drängt eine Gesellschaft die andere, aber Karten spielt man nicht. Pfänderspiele dagegen sind beliebt. Handschuhe kennt die Japanerin nicht; des Fächers weiß sie sich mit großer Gewandtheit zu bedienen, trotz der ungraziösen schweren Schuhe, mit welchen sie am Boden hinschleift; im Hause vertauscht sie diese unbequeme Fußbekleidung mit leichten, zierlich geflochtenen Strohpantoffeln. Leider legt die Japanerin weiße Schminke auf Brust und Hals und die Lippen werden roth gefärbt. Mit Ohrringen, Spangen, Armbändern und Fingerreifen befaßt sie sich nicht, aber auf den Kopfputz verwendet sie große Sorgfalt. Die Zimmer sind einfach, in ihnen darf Nichts überladen sein; man hält auf geschmackvolle Matten und Fußteppiche, auf eine ansprechende Verzierung der Decke und des Getäfels, und das ganze Haus macht einen saubern, behaglichen Eindruck.

Ueber Jeddo, die kaiserliche Residenz, entnehmen wir dem Briefe eines Engländers, welcher Lord Elgin dahin begleitete, im Auszug Folgendes: „Die prächtige Lage der Stadt und ihr stattliches Aeußere konnten wir nicht weniger bewundern, als die allenthalben musterhafte Ordnung im Innern, die trefflich gehandhabte Polizei. Die ungeheure Volksmasse, welche in den Straßen dieses zweiten London wogte, war durchgängig sauber und von Wohlstand zeugend; nirgends fanden wir Spuren von Armuth oder Verfallensein. Amtswohnungen und Tempel zeichnen sich durch gefällige Bauart aus, die viele Meilen langen Hafenbauten durch Solidität und Zweckmäßigkeit. Wir mußten uns mit Beschämung sagen, daß bei den Japanern die Batterien und das Geschütz besser gehalten waren, als jene zu Malta und Portsmouth noch vor wenigen Jahren. Häufig begegneten uns Edelleute mit ihrem Gefolge, und auch dabei trug Alles das Gepräge des höchsten Anstandes. In den kaiserlichen Kommissären fanden wir lauter sehr unterrichtete Männer; wir sahen, daß sie beflissen waren, alle kaiserlichen Befehle genau zu vollziehen, und doch in jeder Beziehung sich höflich, gerecht und verständig zu benehmen. Im