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Bazar zu Nagasaki sahen wir die mannichfaltigsten Fabrikate, namentlich lackirte und Porzellangegenstände von solcher Schönheit und Vollkommenheit ausgestellt, wie sie in Europa nicht erreicht werden. Alle diese Artikel, sowie Glas, Kanonen und Dampfmaschinen läßt der Feudalfürst verfertigen, zu dessen Gebiet Nagasaki gehört. Die Japaner liefern vortreffliche Uhren, in Jeddo werden Barometer und Thermometer, sowie genaueste optische Instrumente verfertigt, und längst schon besitzt das Land elektrische Telegraphen; viele Fürsten haben dergleichen in ihren Palästen und wissen sich des Fernschreibens trefflich zu bedienen. Wir sahen bei Jeddo zwei Segelschiffe, die nach Muster der Klipper, aber lediglich von japanischen Zimmerleuten, ganz vorzüglich gebaut waren. Bessere Baumschulen als Japan hat ganz Europa nicht aufzuweisen und noch weniger so sorgfältig angebaute Aecker. Die Gärten sind wahre Juwele von Sauberkeit, kein Zweig ist außer Ordnung, jeder Gang vorzüglich gehalten, und etwas Lieblicheres als die japanischen Landhäuser kann ich mir gar nicht denken. Nehme man dazu das heitere, glückliche Volk, und man hat ein Bild, wie wir es wohl einmal im Traume, aber noch nie zuvor in der Wirklichkeit gesehen hatten.“

Der Art waren die Eindrücke, welche die Engländer empfingen. Wir können hinzufügen, daß alle Klassen sich den Ausländern freundlich genähert haben. Der Japaner sucht den Verkehr mit den Fremden und freut sich dessen; auch ist der Wunsch allgemein, daß die Regierung das Reisen in’s Ausland wieder freigeben möchte; denn seit länger als zweihundert Jahren (seit 1637) ist dasselbe verboten. Vor den Bürgerkriegen, welche durch die Missionäre und die einheimischen Christen erregt wurden, war das Wandern keinem Japaner verwehrt und japanische Fahrzeuge schifften bis in den bengalischen Meerbusen; aber die Regierung wollte alle Berührungen mit Europäern vermeiden, weil dieselben nur Unsegen für das Land gebracht hatten, und wir begreifen sehr wohl, weshalb sie sich mit unerschütterlicher Folgerichtigkeit gegen alle Zumuthungen der Ausländer, welche Einlaß und Zugang verlangten, ablehnend verhielt. Aber seit dem Anfang unseres Jahrhunderts klopften die Fremden unablässig wieder an die verschlossenen Pforten des Landes. Engländer und Franzosen, Dänen, Russen und Nordamerikaner erschienen mit Kriegsschiffen, und unter ganz veränderten Welt- und Handelsverhältnissen war die Absonderung des Inselreiches auf die Dauer nicht mehr durchzuführen. Japan sollte und mußte eröffnet werden, und diese Eröffnung steht in innigem Zusammenhange mit der neuen Bedeutung, welche die Südsee, der große Ocean zwischen Asien und Amerika, in unsern Tagen gewonnen hat. Dieses ungeheure Wasserbecken wird von der Behringsstraße bis in die Nähe des antarktischen Eismeers, von Centralamerika bis Australien ununterbrochen durch Tausende von Fahrzeugen belebt. Kein Punkt dieses ungeheuren pacifischen Gebietes bleibt unbesucht und alle Gestadeländer desselben werden durch ein unabwendbares Verhängniß in die große europäisch-amerikanische Bewegung hinein gerissen.