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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Einundzwanzigster Band | |
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Im Innern der Stadt tritt uns das Straßenleben in derselben Buntheit und Vielgestaltigkeit entgegen, wie wir es von Triest geschildert haben, nur daß das slavische Element der Volkssprache hier vorherrscht, während im Handel und Wandel von Triest das Italienische fast allein gehört wird. Das den Hintergrund überragende Felsenschloß hat Graf Nugent restaurirt und ihm durch Anlegung einer historischen und Naturaliensammlung Sehenswürdigkeit verliehen. Auf den Platz, wo wir die Kirche neben der Burg erblicken, hatte die Legende das berühmte Haus der Maria versetzt, welches „beim ersten Morgengrauen des 10. Mai 1291 von Engeln aus Palästina durch die Luft getragen und erst nach 3 Jahren von da, mit Mauern und Dach, gen Loreto entrückt ward“. Diesem Gnadenwunder wurde natürlich eine Kirche gestiftet, die sehr reich an kostbaren Geschenken von Gläubigen der entferntesten Länder ist, zumal sie das „Originalbildniß“ der Madonna vom Evangelisten Lucas besitzt und zur Verehrung ausstellt.
Der Ungläubige entschädigt sich leicht für die ihm abgehende Erbauung an diesen Herrlichkeiten mit einem Blick auf Fiume: in der Nähe der Mündung der Fiumana liegt ein grüner Hain, Scoglietto genannt, der anmuthige Lustwandelort der Fiumaner, weiter windet die Stadt selbst sich hin, die Campagnen steigen die Bergwände hinan, weiter das Thal, die schönen Straßen längs des Meers, der Hafen mit seinem geräuschvollen Leben, und in der Ferne die herrlichen Inseln des Quarnero, der Berg Caldiero, der Monte Maggiore in Istrien, von dessen Gipfel man bei heiterer Luft mit einem guten Fernrohre den St. Marcusthurm von Venedig erschauen kann. Auf dieser Stelle werden immer Herz und Auge sich laben, mag auch vor dem „authentischen“ Marienbild auf die Kniee sinken, wer will, und die Zukunft der Stadt und der Lande hinter ihr bis zum Pontus das Schicksal schmieden, wie es will.
Ein lebhaftes Seestädtchen an der äußersten nordöstlichen Spitze der Vereinigten Staaten, der Küste von Maine, der Bay von Passamaquoddy. Sein Hafen ist der schönste der Küste und wichtig durch seine Ausfuhr von Schiffbauholz nach dem übrigen Amerika und England.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Einundzwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1860, Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_21._Band_1860.djvu/59&oldid=- (Version vom 16.1.2026)