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Gewand lose unter der Brust befestigt und lang im Sande nachschleppend; daneben wiederum ein kranker Ausgestoßener, mit Beulen oder der Elephantiasis behaftet.“

„In der Färberei waren die Männer beschäftigt, die Indigofarbe zu mischen, wohlgesättigte Hemden zum Trocknen aufzuhängen und die schon getrockneten in regelmäßig harmonischem Takt mit hölzernen Hämmern zu schlagen, um ihnen den feinsten Glanz zu verleihen. Ein Grobschmied schmiedete mit rohem Werkzeuge Dolche von bewundernswerther Schärfe, Speere mit starken Widerhaken, oder die nützlicheren Werkzeuge des Ackerbaues. Ueberall geschäftige Männer und Frauen und daneben träge Umhertreiber, in der Sonne sich streckend. – Dort kehrt ein zahlreicher Zug einheimischer Handelsreisender aus dem fernen Lande Gondja heim, beladen mit der allgemein begehrten Guronuß, dem Kaffee des Sudan. Hier bricht eine Karawane, mit Natron befrachtet, nach Stupe oder Nyffi auf, oder ein Trupp Tuareg zieht zur Stadt hinaus, um Salz nach den Nachbarstädten zu bringen. Araber führen ihre schwer beladenen Kameele nach dem Quartier Ghadamsier, oder Sklaven schleppen einen seinem kläglichen Leben erlegenen Leidensgenossen hinaus, ihn in den Alles verschlingenden Sumpf Djakara zu werfen. Hier ein Trupp mehr prahlend als kriegerisch aussehender Reiter, nach dem Palast des Statthalters sprengend, ihm die Nachricht von einem Einfall des Sserki Ibram von Sinder zu bringen; dort – eine weite Knochenstätte von Aas und Unrath aller Art.“

„Kurz, überall das menschliche Leben in allen seinen verschiedenen Formen, Freude und Trauer, Gedeihen und Verderben im buntesten Gemisch. Alle Nationen, Gestalten und Farben waren vertreten: der olivenbraune Araber, der röthere Targi, der dunkle Bornuer, der leicht und schlank gebaute Fellani mit kleinen scharfen Zügen; dort die breiten Gesichter der derberen Wangaraua (Mandingo’s) oder eine große starkknochige Frau von Nyffi, hier die wohlgebaute, freundlich lächelnde Bahauscherin.

„Leider ist die Stadt in hohem Grade schmutzig, und die Aasgeier haben täglich viel zu thun, den Unrath der Bevölkerung aufzuräumen. Der große Sumpf Djakara in der Mitte der Stadt ist die allgemeine Gosse Kano’s, in welche aller Unrath, aller Abfall, ja selbst die Leichname von Sklaven und Stieren niedergelegt werden.“

Kano wird gegenwärtig von den Fulbe beherrscht, welche die hier Habe oder Kochelan genannten Haussa unterjochten. Außerdem wohnen viele Araber in der Stadt. Die gesammte Zahl ihrer Einwohner mag 30,800 betragen. Der Zudrang der Fremden und die Zahl der nur zuweilen hier Anwesenden ist jedoch so groß, daß in den Monaten Januar bis April oft mehr als 60,000 Menschen sich innerhalb der Mauern Kano’s befinden mögen.