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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Einundzwanzigster Band | |
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und jede Gasse zu einer Gasse der Freiheit macht, wenn nicht dieser Geist die Krone des Reichs erleuchtet, so werden die Trümmer der Grafenburg das Bild des Schicksals sein, das dem Reiche droht. Man hat dem Buchstaben zu lange gehuldigt, und nun man spürt, daß er tödtet, kann allein die Erkenntniß retten, daß nur der Geist lebendig macht.
Bewegung – heißt die Losung unserer Zeit. Der Reichthum verliert seinen Kurs in der Welt, wenn er sich zur Trägheit gesellt, der Besitz todter Schätze gibt keine Berechtigung mehr, etwas gelten zu wollen, und nicht mehr wird der Werth, die Macht und der Einfluß des Menschen mit demselben Maß ausgemessen, wie sein in fester Truhe geborgenes edles Metall. Die Potenz der weilenden Kräfte, welche uns inne wohnt, ist fortan der Werthmesser für die Anerkennung der Mitwelt, nur auf der Höhe schaffender Thätigkeit lassen sich noch die Ziele erkennen, nach denen alle Bestrebungen der Zeit hindrängen und nur Bewegung verleiht noch Erfolge. Deshalb sind’s vor allen die Faktoren des Dampfes, Kohlen, Wasser und Eisen, welche als die wunderthätigen Hebel im Dienst des Menschengeistes die großen sichtbaren Werke der Civilisation vollbringen und das allmächtige Triumvirat bilden, das die Dynastie des Goldes entthront hat und die heutige Welt regiert.
Seit der Zeit haben die unterirdischen schwarzen Schätze keine Ruhe mehr in ihren dunkeln Kammern. Unablässig werden die Eingeweide der Erde von den Schatzgräbern mit Grubenlicht und scharfer Wehr durchwühlt, die Leichen der vorweltlichen Wälder erstehen aus ihren Gräbern und werden zum höchsten Dienst menschlichen Erfindungsgeistes berufen.
Eine solche erst zum kleinen Theil erforschte Schatzkammer birgt der blühende Boden Pennsylvaniens, das große Kohlenmagazin des östlichen Amerika, die säugende Amme seiner zu Riesengröße wachsenden Industrie, seiner Dampfflotten zu Meer, See und Fluß, seiner die Wälder lichtenden Sägewerke und die Frucht der Prairien
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Einundzwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1860, Seite 73. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_21._Band_1860.djvu/83&oldid=- (Version vom 17.1.2026)