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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Einundzwanzigster Band | |
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zu verkaufen gedenken. Links von der Plattform, dem Tempel und den Mauern von Jerusalem senkt sich der Hügel, welcher die Stadt trägt, und zieht sich, nach unten breiter werdend, in sanften Abhängen hin, welche hie und da durch Terrassen von rollenden Steinen gestützt sind. Dieser Hügel trägt auf seinem Gipfel einige hundert Schritte von Jerusalem eine Moschee und eine Gruppe von türkischen Gebäuden, welche einem europäischen Flecken mit seiner Kirche und seinem Glockenthurm nicht unähnlich sehen. Es ist Zion, die Burg, das Grab Davids, von wo aus die Töne des göttlichen Sängers, das Saitenspiel des Dichterkönigs erklangen. Die Burg Davids beherrschte das damals grünende Thal Josaphat. Eine weite Oeffnung in den Hügeln nach Osten führt den Blick von Abhang zu Abhang, von Gipfel zu Gipfel, von Wellenlinie zu Wellenlinie bis zu dem Becken des todten Meeres, dessen schwere dicke Wasser in der Ferne die Strahlen des Abends wiederspiegeln. Es gleicht, von hier aus gesehen, den schönsten Seen Italiens oder der Schweiz; sein ruhiges Wasser schläft zwischen den hohen Gebirgen Arabiens, die alpenartig hinter seinen Fluthen sich aufthürmen, und zwischen den pyramidalen, schlanken und schimmernden Gipfeln der Berge von Judäa.
Nicht weit von dem stattlichen, jüngst vollendeten Bau, der auf unserem Bilde prangt, steht eine niedrige Hütte, einstöckig, mit einer gedeckten Gallerie; in der Nähe liegen noch mehre kleine Häuser, zum Theil windschief, halb in Verfall und mit verwitterten Schindeln bedeckt. Das sind die ehrwürdigen Patriarchen des großen Stammes menschlicher Niederlassungen, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Jubelfest begeht. Um jene armseligen Hütten herum hat sich eine prächtige Stadt gelagert, die schon heute zu den wichtigsten Handelsplätzen der Erde gehört und einer so großartigen Zukunft sicher ist, wie wenig andere Städte; sie wird einst ihre Einwohner nach Millionen zählen.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Einundzwanzigster Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen 1860, Seite 81. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_21._Band_1860.djvu/91&oldid=- (Version vom 17.1.2026)