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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 10 | |
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-Kydippe, Heldin einer im Altertum sehr beliebten griech. Liebessage, welche in der (verlornen) poeti schen Bearbeitung des Kallimachos Vorbild für die spätern griechischen Prosaromane ward. Als sie, die Tochter eines vornehmen Atheners, bei einer Fest- feier in Artemistempel zu Delos saß, warf Afon- tios, ein Jüngling von der Insel Keos, der sich beim Fest in sie verliebt hatte, einen Apfei vor sie hin mit der Aufschrift: Ich schwöre bei der Artemis, mich dem Akontios zu vermählen. K. hob den Apfel auf, indem sie die Worte laut las, warf ihn aber dann fort, ohne die Werbung des Jünglings zu beachten. Als je darauf ihr Bater vermählen wollte, wurde fie vor der Hochzeit jedesmal krank, wie dem Vater das delphische Orakel auf sein Befragen offenbarte, infolge des Borns der Göttin, daß sie die in ihrem Seiligtum gesprochenen Worte unerfüllt gelassen habe, worauf der Vater sie dem Atontios vermählte. Gönner, Feldmarschall v. Schöning, nach Sachsen, | Vgl. Pfau und Kinkel, Beschreibung der Burg K. wo er durch seinen Wit und seine lustigen Streiche (Zürich 1870); Pupikofer, Geschichte der Burg- die Gunst des Kurfürsten August des Starken ge- feste K. (das. 1869). 2) (K.-Buchegg) Dorf im wann und rasch Generaladjutant und General wurde. Schweizer. Kanton Solothurn, Bezirk Bucheggberg- Seit 1715 Kommandant auf dem Königstein mit dem Kriegstetten, nördlich von Solothurn, mit Mineral- Charakter eines Generalleutnants, starb er dort quelle und (1880) 181 Einw. 19. Jan. 1733. Bon geradem Charakter, haßte er alle Schmeichelei und rügte begangene Fehler mit der größten Freimütigkeit. Obwohl er dem ganzen Hof zur Belustigung diente, wußte er gleichwohl sein moralisches Ansehen zu behaupten. Am meisten ließ er die Geißel seines derben, aber nie gemeinen Wiges die adelstolzen Höflinge fühlen. Vgl. Wilhelmi, Kyaws Leben und lustige Einfälle (Leipz. 1772, 3 Bde.); Nick, Biographische Stizzen 2c. aus dem Leben des Barons F. W. v. K. (Reutling. 1860); H. R. v. Kyaw, Familienchronik des Geschlechts v. K. (Leipz. 1870); Ebeling, K. und Brühl. 3wei histo- rische Borträte (baj. 1886). Sein effe Fried rich Wilhelm, Freiherr von K., geb. 22. Jan. 1708, seit 1740 in preußischen Diensten, war einer der tüchtigsten Kavalleriegenerale Friedrichs d. Gr., ward aber wegen der Übergabe Breslaus (November 1757) friegsgerichtlich verurteilt und starb 30. März 1759. Kyarares (Úvakshatra), der Begründer des me dischen Reichs, folgte seinem Vater Phraortes, der mit einem großen Teil des medischen Volkes im Kampf gegen die Assyrer um 633 v. Chr. fiel, befreite sein Land von der Herrschaft der Skythen, die ganz Vorderasien überschwemmt hatten, kämpfte gegen Lydien, dessen König Alyattes er 30. Sept. 610 die durch die Sonnenfinsternis des Thales unterbrochene Schlacht lieferte, und belagerte sodann im Bund mit Nabopolassar von Babylonien, dessen Sohn Nebu- fadnezar seine Tochter Amuhit heiratete, Ninive, das 606 zerstört wurde. K. brachte so den ganzen östlichen Teil des assyrischen Reichs unter seine Herrschaft. Nach seinem Tod 593 folgte ihm sein Sohn Astyages. Vgl. Unger, K. und Astyages (Münch. 1882). Kyběle (auch Kybebe oder nach den ihr geheiligten Bergen Dindymene, Agdistis genannt), ursprüng- lich Landesgottheit der Phrygier, die »große Mutter, die besonders an Küstenplägen auf orgiastische Weise verehrt ward, Symbol des Mondes und der Frucht barkeit, bei den Griechen mit Rhea (s.d.) identifiziert. Kyburg, 1) Dorf im schweizer. Kanton Zürich, mit 386 Einw. und dem wohlerhaftenen, sehr ansehnlichen Schloß K. (680 m ü. M.), welches, 4 km von Winter- thur entfernt, auf einer Anhöhe in einer romanti- schen Gegend liegt und eine schöne Aussicht darbietet. Das Schloß war das Stammhaus der Grafen von R., deren Ursprung in das 7. Jahrh. hinaufreicht. Die Grafschaft K. erstreckte sich von der Glatt bis an den Rhein. Als 1263 der Mannesstamm mit dem Grafen Hartmann VI. erlosch, fielen die Besikungen an Hartmanns Neffen, den Grafen Rudolf von Habs- burg, nachherigen deutschen König, und 1424 durch Verpfändung an die Stadt Zürich. Diese gab die Grafschaft zwar 1442 dem Kaiser Friedrich III. frei willig wieder; aber dieser trat sie schon 1452 für schuldigen Sold abermals an Zürich ab, und seitdem ist sie bei dieser Stadt geblieben. In neuerer Zeit kam das Schloß an einen Privatmann, der eine prachtvolle und jedermann zugängliche Gemälde fammlung angelegt hat. Die Galerie enthält Dri- ginalwerte von Raffael, Giorgione, Tizian, Barmeg giano, Caravaggio, Guido Reni, Murillo, Velazquez, Memling, A. Dürer, Poussin, den niederländischen Meistern u. a. In der romanischen Schloßkapelle merkwürdige Wandmalereien aus dem 18. Jahrh. Kyonos (jekt Tarsus Tschai), Fluß in Kilifien, entspringt am Bulgar Dagh, nördlich von Tarsos, dessen Einwohnern seine jetzt versandete Mündung im Altertum als Hafen Siente. Er war berühmt wegen seiner Klarheit und Kälte; ein Bad in ihm hätte Alexander d. Gr. fast das Leben gekostet. Kydonia, uralte Stadt an der Nordküste von Kreta, am Pyknos, mit einem verschließbaren Hafen. Schon Homer erwähnt die Kydonier. In ihrem Ge- biet war die Heimat der Quitten, welche davon skydonische Äpfel genannt wurden. K. entspricht dem heutigen Chania.
Kyffhäuser, ziemlich isolierter, mit schönem Laubwald bestandener Bergrücken in Thüringen, zieht sich längs der Grenze des preußischen Kreises Sangerhausen und der Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt hin, nach N. steil zur Goldenen Aue, die ihn vom Unterharz trennt, abfallend, nach S. sanfter in das nordthüringische Bergland übergehend und durch ein tiefes Thal, das ihn der Länge nach durchzieht, in zwei Teile geschieden. Der nördliche Hauptkamm trägt zwei ausgezeichnete Ruinen: am westlichen Ende über Kelbra die Rothenburg (439 m), auf dem östlichen Eckpfeiler, über Tilleda, die sagenreiche Burg Kyffhausen (470 m). Die letztere wurde wahrscheinlich im 10. Jahrh. zum Schutz der kaiserlichen Pfalz in Tilleda erbaut, war öfters Sitz der Hohenstaufen, wurde aber 1178 von den Thüringern und im 16. Jahrh. aufs neue zerstört. Die umfangreichen Trümmer derselben dehnen sich, von Gebüsch überwachsen, weithin aus. Am bemerkenswertesten ist der gewaltige viereckige Rumpf des ehemaligen Bergfrieds (vom Volk »Kaiser Friedrich« genannt), der, noch 22 m hoch, den ganzen Gebirgszug beherrscht und auf weite Ferne sichtbar ist. Auch von der ehemaligen Kapelle am östlichen Bergabhang sind noch stattliche Trümmer vorhanden. In den Ruinen der Burg hat sich eine kleine Wirtschaft eingenistet. Der Fels, auf welchem das alte Kaiserschloß ruht, ist Rotliegendes und grobförniger Sand, aus welchem vortreffliche Mühlsteine gearbeitet werden; höchster Punkt bes ganzen Gebirgszugs ist das Lengefeld (486 m). Unter den vielen an den K. sich knüpfenden Volkssagen ist jene vom Kaiser Friedrich Barbarossa, der, im Innern des Bergs schlafend, der Wiederherstellung der Einheit und
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 10. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888, Seite 365. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b10_s0365.jpg&oldid=- (Version vom 21.7.2025)