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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 10

684 Lenfant Lenné. 1873-78 war er Direktor der französischen Akademie | ſowie mit Menzel den noch bestehenden »Landwirt- in Rom.

Lenfant (pr. langfang), Jacques, Geschichtschreiber, geb. 13. April 1661 zu Beausse in Frankreich als Sohn eines reformierten Predigers, welcher nach dem Widerruf des Edifts von Nantes nach Marburg in Hessen auswanderte und hier 1686 starb. L., der schon in Frankreich Theologie studiert hatte, wurde Pastor an der französischen Kirche in Heidelberg und, beim Einfall der Franzosen in die Pfalz 1689 flüchtig, Pre- diger der französisch-reformierten Gemeinde in Berlin, Hofprediger der Königin Sophie Charlotte und Ober- fonsistorialrat. Er starb 7. Aug. 1728. 2. schrieb drei größere historische Werke: »Histoire des con- ciles de Constance (1714; 2. Aufl. 1727, 2 Bde.); »Histoire du concile de Pise« (1724, 2 Bde.) und »Histoire de la guerre des Hussites et du concile de Bâle (1729, 2 Bde.).

Leng, f. Quappe; auch s. v. w. Wassernuß (Trapa).

Lengefeld, Stadt in der sächs. Kreishauptmann- fchaft Swidan, Amtshauptmannschaft Marienberg, an der Flöha, Knotenpunkt der Linien Flöha Reigen- hain und Bockau-2.-Olbernhau der Sächs. Staats- bahn, hat ein Amtsgericht, eine Webschule, bedeu- tende Jacquard-, Seiden-, Woll- und Baumwoll- weberei, Spielwarenfabrikation, Kalkbrennerei und (1885) 3617 evang. Einwohner. Nordöstlich dabei in romantischer Lage Schloß Rauenftein.

Lengenfeld, Stadt in der sächs. Kreishauptmann- schaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Auerbach, an der Linie Zwickau-Disnik der Sächsischen Staats- bahn, hat ein Amtsgericht, Woll- und Streichgarn- spinnerei, Tuch- und Flanellweberei, Stickerei, Filz- und Weißwarenfabrikation und (1885) 5294 fast nur evang. Einwohner.

Lengeri, Stabt tim preuß. Regierungsbezirk Mün ster, Kreis Tecklenburg, am Fuß des Teutoburger Waldes und an der Linie Wanne-Bremen der Preu- ßischen Staatsbahn, hat eine Tüten- und Tüten- Eapfeln, Maschinenfabril, Ralfbrennerei, Tabals- und Drahtseilfabrikation, Bierbrauerei und (1885) 2031 Einw. In der Nähe die Provinzial-Jrrenanstalt Bethesda.

Lengerfe, 1) Alexander von, landwirtschaftl. Schriftsteller, geb. 30. März 1802 zu Hamburg, er- lernte in Schlesien die Landwirtschaft, bewirtschaf tete nachher sein Gut Wiesch bei Wismar, sodann eine Bachtung in Holstein und ließ sich später in Lü- beck nieder. 1841 ging er als Professor der Land- wirtschaft nach Braunschweig, aber schon im folgen- den Jahr als Landesökonomierat, ordentliches Mit- glied und Generalsekretär des Landesökonomiekolle- giums nach Berlin, wo er 23. Dez. 1853 starb. Er schrieb: »Anleitung zum praktischen Wiesenbau (Prag 1836, 2. Aufl. 1844), das Landwirtschaftliche Kon- versationslexikon (das. 1837-38, 4 Bde.; Supple- ment, Braunschw. 1842, 28de.), die Sandwirtschaft liche Statistik der deutschen Bundesstaaten (das. 1840-41, 2 Bde.) und gab die »Annalen der Land- wirtschaft in den preußischen Staaten« (Berl. 1842 ff.) heraus, während er die Ergebnisse seiner amtlichen Reisen in den »Beiträgen zur Kenntnis der Land- wirtschaft in den königlich preußischen Staaten (das. 1846-53, 5 Bde.) niederlegte. Die durch das preußi- sche Landesökonomiekollegium hervorgerufenen Be- richte über die Zustände und Verhältnisse der länd- lichen Arbeiter stellte er in dem Werk »Die länd- liche Arbeiterfrage (Berl.1849) zusammen. 1852 be- gründete er eine »Landwirtschaftliche Jahresschrift schaftlichen Kalender«. Ferner schrieb er über die Heckenzucht (3. Aufl., Berl. 1860), den Maisbau (2. Aufl., das. 1851) und Kardenbau (das. 1852). 2) Cäsar von, evang. Theolog, Bruder des vori gen, geb. 30. März 1803 zu Hamburg, habilitierte sich 1829 in Königsberg, wo er 1831 zum außer ordentlichen Professor der Theologie ernannt, aber, weil von der orthodoren Partei vielfach angefochten, auf sein Nachsuchen 1843 als Professor der orienta- lischen Sprachen in die philosophische Fakultät ver- setzt wurde; seit 1851 im Ruhestand, starb er 3. Febr. 1855 in Elbing. Außer vielen kleinern Schriften über syrische Litteratur sind von seinen Werken hervorzu- heben: die Kommentare über den Propheten Daniel (Königsb. 1835) und die Psalmen (das. 1847, 2 Bde.) fowie das Wert »Kenáan. Bolts- und Religions- geschichte Israels (das. 1843, Bd.1). Auch veröffent- lichte er: »Gedichte (Gesamtausgabe, Danz. 1843), Weltgeheimnisse (Königsb. 1851) und »Lebensbil- derbuch (das. 1852).

Lengfish, s. Quappe.

Lengsfeld, Stadt im sachsen-weimar. Verwaltungsbezirk Dermbach, an der Felda und Feldaeisenbahn, hat 3 Schlösser, eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein Amtsgericht, Weberei, Färberei und (1885) 1232 meist evang. Einwohner.

Lenitivmittel (Lenitiva), lindernde, besänftigende Heilmittel, zuweilen auch Abführmittel.

Lenk (An der L.), Dorf und Badeort im schweizer. Kanton Bern, im Obersimmenthal, 1075 m ü. M.. mit (1880) 2186 Einw., liegt am Weg über den Ra wylpaß nach Sitten und ist Touristenstation nach den im Hintergrund lagernden Gletschern und den prächtigen Fällen der Simme. Die Herstellung ver: besserter Kureinrichtungen hat den Besuch der Bade- quelle, eines Schwefelwafferſtoffwaffers, welches gegen Hautkrankheiten und chronische Katarrhe bes nutzt wird, wesentlich gehoben. Vgl. Treichler und Buß, Bad und Kurort L. (Bern 1877)..

Lenkoran, Kreis- und Hafenstadt im russisch- fautas. Gouvernement Baku, an der Mündung des Flusses 2. ins Kaspische Meer, mit (1884) 5540 Einw. (viele Armenier). In der Umgegend heiße, wegen ihrer Heilfraft berühmte Schwefelquellen

Lentstange, s. v. w. Kurbelstange.

Lenne, Fluß in Westfalen, entspringt in 819 m Höhe am Kahlen Astenberg, fließt erst südwestlich, dann nordwestlich durch ein tief eingeschnittenes und ge- wundenes, an Naturschönheiten reiches Thal, tritt unterhalb Altena aus dem Gebirge und mündet nach 131 km langem Lauf bei Hohensyburg unterhalb Westhofen links in die Ruhr. Nach der 2. heißt ein Teil der Sauerländischen Gebirge das Lenne- gebirge, das sich rechts am Fluß hinzieht und im Homert bis 660 m erhebt. Vgl. Natorp, Ruhr und 2. (Jserl. 1871).

Lenné, Peter Joseph, Landschaftsgärtner, geb. 29. Sept. 1789 zu Bonn, entstammt der Familie des Augustin Le Neu, der 1665 aus dem Lütticher Land als Hofgärtner des Kurfürsten von Köln nach Pop- pelsdorf bei Bonn übersiedelte. 2. studierte 1811 in. Paris und Wien Botanik, Garten- und Baukunst; in Wien nahm er unter Sckell (j. d.) teil an der Ver- schönerung von Lagenburg, fehrte 1815 nach Bonn zurück und wurde 1816 als Gartengeselle nach Sans- souci bei Botsdam berufen. Hier verschönerte er bis 1826 den Neuen Garten, Klein-Glienicke, die Pfauen- insel und wurde 1822 zum Gartendirektor ernannt. Er stiftete 1822 den Verein zur Beförderung des

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 10. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888, Seite 684. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b10_s0684.jpg&oldid=- (Version vom 19.7.2025)