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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 12

442 Orizaba Weinbau (Vernacciawein) und eine Quecksilbermine. D. war seit 1409 Hauptstadt der gleichnamigen Mark- grafschaft, nach welcher sich die Könige von Spanien Markgrafen von D.< nannten. Orizába, Hauptstadt des merikan. Staats Vera- cruz, 1227 m ü. M., an der Eisenbahn von Veracruz nach Mexiko gelegen, liegt inmitten üppiger Gärten, angesichts des schneegekrönten Piks von D., hat 12 Kirchen, 2 Hospitäler, eine höhere Schule, eine große Baumwollfabrik, Papiermühle, Kornmühlen, Eisen- bahnwerkstätten und 12,500 Einw. Orizába (Pik von D., Citlaltépet), neben dem Eliasberg höchster Gipfel Nordamerikas, erhebt sich 5450 m hoch am ſtrand der Hochebene von Anahuac in Merifo in Gestalt einer herrlichen Pyramide. Er ist vulkanischer Entstehung, hat aber seit 1566 feine bedeutendern Eruptionen gezeigt. Sein az- tekischer Name Citlaltépetl bedeutet »Sternberg. Er wurde im Mai 1846 zum erstenmal von zwei amerikanischen Offizieren bestiegen. Einen mehr- tägigen Aufenthalt nahm 1877 Fr. Raska aus Merito auf dem Gipfel des Bergs. Orizabawurzel, f. Ipomaea. Orizonte, Maler, s. Bloemen 2). Orjechow, Stadt im russ. Gouvernement Taurien, Kreis Berdjanst, an der Konka, mit 2 Kirchen, Senf fabrikation, Ziegelbrennerei und (1881) 6752 Einw. (meist Kleinrussen). Orfadische Jufeln, s. Defneys. Orfan, stärkster Grad des Sturms, s. Wind. Orkapu (tatar.), Stadt, f. Perekop. Ortla, Fluß in Norwegen, entsprint auf dem Dovrefjeld, durchströmt die Vogtei Drkedal des Amtes Süddrontheim und mündet bei dem ganz unbedeu- tenden Handelsplay Orkedalsören in den großen Fjord von Drontheim. Die Vogtei Orkedal ist eine anmutige und fruchtbare Gegend, die auch minerali- sche Schäße (Kupfer) besist. Orkneys (pr. ortnis, Orkaden, Orkadische In seln), brit. Inselgruppe, zwischen der Nordsee und dem Atlantischen Ozean, an der nördlichen Spike von Schottland, durch die 10 km breite Pentland- straße (Pentland Firth) vom Festland geschieden. Die Inseln, 67 an der Bahl, haben zusammen einen Flächenraum von 1004 qkm (18,2 m.), doch sind nur 28 davon bewohnt (zusammen von 32,044 Seelen); die übrigen, Holme genannt, werden zu Weideplätzen, zur Jagd und Fischerei benußt. Hierzu kommen noch die bei hohem Wasser überfluteten Skerries oder Schären, nackte Felsen, auf denen aus den Meerpflan- zen Soda bereitet wird. Die größte Höhe hat die südwestliche Insel Hoy (476 m). Die Meerengen, welche die Inseln voneinander trennen, sind durch reißende Strömungen gefährlich; namentlich sind zwei Strudel bei der kleinen Insel Swona den Schif: fern furchtbar. Flüsse, Bäche und Seen sind zahl- reich. Das Klima ist verhältnismäßig mild, was es namentlich dem Golfstrom verdankt, der die West- füften bespült und an dieselben manchmal aus West- indien stammende Hölzer und andre Pflanzenteile anschwemmt. Februar, der fälteste Monat, hat eine Temperatur von 3,4° C., Juli von 12,9° C., und nur sel- ten kommt es vor, daß die mittlere Temperatur eines Monats unter den Gefrierpunkt fällt. Es fallen jähr- lich etwa 93 cm Regen. Ein großer Teil der Ober- fläche besteht aus Morästen und Torfmooren. Nur 35 Proz. des Areals sind unter dem Pflug, 9 Proz. bestehen aus Wiesen und Weiden. An Vieh zählte man 1887: 6128 Pferde, 26,218 Rinder, 30,763 Schafe und 3956 Schweine. Auch die Hühnerzucht ist wich- Drlamünde. tig. Die Inseln sind reich an See- und Landvögeln; die Eier derselben dienen den Einwohnern zur Speise, und ihre Federn bilden einen wichtigen Handelsarti- fel. Sehr reichen Ertrag gibt die Fischerei (nament- lich auf Heringe), welche 342 Boote und 664 Men- schen beschäftigt. Auch das Brennen des Seetangs zu Kelp beschäftigt während des Sommers viele Men fchen. Von Industrie kann kaum die Rede sein. Die Inseln besitzen 34 Seeschiffe von 2169 Ton. Gehalt, doch ist der direkte Verkehr mit dem Ausland nur unbedeutend. Die Einwohner sind teilweise normän- nischer Abfunft, sprechen aber seit Mitte des 18. Jahrh. nur englisch. überreste aus grauem Altertum sind zahlreich. Die wichtigern der bewohnten Inseln sind: Pomona oder Mainland (17,165 Einw.), South No- naldshay (2557), Sanday (2082), Westray (2200), Hoy (1380), Shapinshay (974) und Rousay (873 Einw.). D. bildet mit den Shetlandinseln eine ein- zige Grafschaft. Hauptstadt ist Kirkwall auf Po- mona. Vgl. Dennison, Orcadian sketch-book (Rirk- | wall 1880). Die Inseln (im Altertum Orcades ge- nannt), vielleicht das Thule der Alten, wurden von Julius Agricola entdeckt und der römischen Herr- schaft unterworfen. Zu Ende des 9. Jahrh. eroberte der norwegische König Harald Harfagar die D. und die Hebriden und setzte Ronald, Grafen von Mercar,. als Statthalter über sie. Aus der Familie desselben entsprossen die alten normännischen Grafen von Drtney. 1266 verkaufte der König Magnus von Norwegen die Inseln an Alexander, König von Schott- land, welcher einen Edelmann damit belehnte. Die neuen Grafen von Orkney unternahmen fühne See- räuberzüge und unterwarfen sich selbst Caithneß und andre Distrikte in Nordschottland. Nach ihrem Aus- sterben 1325 fiel die Grafschaft an das verwandte Geschlecht Strathearne und 1379 durch Heirat an die Sinclairs, deren einer sich Fürst von Orkneynannte und mit einer dänischen Prinzessin vermählt war. Später behaupteten die Könige von Dänemark und Norwegen die Oberherrschaft. 1468 verpfändete Kö- nig Christian I. von Dänemark, Schweden und Nor- wegen seine Oberlehnsherrschaft über die Orkadischen und Shetländischen Inseln an seinen Schwiegersohn, den König Jakob III. von Schottland, und 1470 ver- tauschte der letzte Graf, William Sinclair, seine Rechte auf dieselben gegen Befihungen in Schottland. 1590 wurden die Inseln förmlich an Schottland abgetre- ten. Den Titel Graf von D. verlieh Karl I. 1626 einer Seitenlinie des Hauses Hamilton, von der er durch Erbschaft an die Familie O'Bryen und 1820 an die Familie Fizmaurice überging, die ihn gegen- wärtig führt. Früher waren die D. weit stärker be- völkert und konnten namentlich im 12. Jahrh. 7000 Streiter nach fremden Küsten schicken. Vgl. Tudor, O. and Shetlands, geology, flora etc. (2ond. 1883); Wallace, Description of the isles of Orkney (neue Ausg., das. 1884); Fea, Present state of the Ork- ney-Islands (bas. 1885).

Orla, 1) rechter Nebenfluß der Saale in Thüringen, entspringt bei Triptis im weimarischen Kreis Neustadt, fließt westlich in den altenburgischen Westkreis und mündet dort bei Orlamünde. – 2) Rechter Nebenfluß der Bartsch in Schlesien, entspringt bei Koschmin in Posen und mündet unterhalb Herrnstadt.

Orlamünde, Stadt im sachsen-altenburg. Westkreis, auf hohem Felsenrand über der Saale, in welche unweit von hier die Orla mündet, Knotenpunkt der Eisenbahnen Großheringen-Saalfeld und Pößneck-O., hat Ruinen des alten Residenzschlosses der ehemaligen Grafen von O., Spielwarenfabrikation und mit der im

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 12. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888, Seite 442. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b12_s0442.jpg&oldid=- (Version vom 21.7.2025)