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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 14

Sekretbehälter bilden und sich bei Cykadeen, Canna¬ Arten u. a. finden. Schleimtiere, s. Bauchtiere. Schleimzellen, s. Hautdrüsen. Schleimzucker, s. Levulose. Schleinitz, 1) Alexander, Graf von, preuß Staatsminister, geb. 29. Dez. 1807 zu Blankenburg am Harz, studierte in Göttingen, trat 1828 in preußi¬ schen Staatsdienst, ward 1835 Gesandtschaftsattache 1841 vortragender Rat im Ministerium des Aus wärtigen, trat im Juli 1848 an der Stelle Heinrich v. Arnims als Minister des Auswärtigen in das Mi¬ nisterium Camphausen, gab aber diese Stellung schon nach wenigen Tagen wieder auf und vertrat hierauf Preußen am hannöverschen Hof. Im Mai 1849 ver handelte er den Frieden mit Dänemark, übernahm im Juli 1849 im Ministerium Brandenburg wieder das Portefeuille des Auswärtigen, zog sich aber, da seine deutsch=patriotische Gesinnung mit dem Gang derpreußischen Politik nicht übereinstimmte, 26. Sept. 1850 als Wirklicher Geheimer Rat aus dem Staats¬ dienst zurück und lebte seitdem zu Koblenz in nahem Verkehr mit dem Hof des Prinzen von Preußen. Nach dem Regierungsantritt des Prinz=Regenten übernahm er in dem von diesem im November 1858 berufenen Ministerium wieder das Departement des Auswär¬ tigen. Seine Politik war korrekt, aber schwächlich. Die Schwierigkeiten des liberalen Ministeriums im Innern bewogen ihn, Oktober 1861 aus demselben auszuscheiden und das Ministerium des königlichen Hauses zu übernehmen, das er bis zu seinem Tod (19. Febr. 1885) verwaltete. Aus Anlaß der golde¬ nen Hochzeit des Kaiserpaars ward er 11. Juni 1879 in den Grafenstand erhoben. 2) Georg Emil Gustav, Freiherr von, deut¬ scher Admiral, geb. 17. Juni 1834 zu Bromberg, trat 1849 in die preußische Marine, machte 1856 die Fahrt der Korvette Danzig nach Marokko und als Leut¬ nant zur See die Expedition nach Ostasien (1860—62) mit, kämpfte 1864 auf der Arkona bei Jasmund ge¬ gen die Dänen, ward sodann Dezernent in der Ad¬ miralität, unternahm 1869—71 als Kommandant der Arkona eine Weltreise, befehligte, nachdem er 1871—73 wieder Dezernent in der Admiralität ge¬ wesen, 1874—76 die Korvette Gazelle auf einer wis¬ senschaftlichen Reise nach der Südsee, ward sodann Vorstand des Hydrographischen Instituts, 1883 Kon¬ teradmiral und nahm 1886 als Vizeadmiral seinen Abschied, um als Landeshauptmann von Neuguinea in die Dienste der Neuguinea=Kompanie zu treten, wo er bis 1888 blieb. Schleißheim (Ober=S.), Dorf im bayr. Regie¬ rungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt München I, links von der Isar und an der Linie München=Re¬ gensburg=Oberkotzau der Bayrischen Staatsbahn, hat ein königliches Remontedepot, eine Militärmahl¬ mühle, Fabrikation landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen, Bierbrauerei, (1885) 571 Einw. und ist namentlich bekannt durch sein schönes königliches Lustschloß. Dasselbe wurde 1684—1700 vom Kur¬ fürsten Max Emanuel im spätfranzösischen Renais¬ sancestil erbaut und hat eine prachtvolle Marmor¬ treppe, eine große Gemäldegalerie (namentlich Hol¬ länder und Oberdeutsche), die von Max Emanuels Vater Ferdinand Maria herrührt und vom König Maximilian Joseph bedeutend vermehrt wurde. Da¬ bei ein Schloßgarten im altfranzösischen Geschmack, durch König Ludwig I. neuhergestellt, mit dem Jagd¬ schlößchen Lustheim. S. ist Sitz der Administration des königlichen Staatsguts sowie der Jagd= und arbeitung von Kartoffeln ein günstigeres Verhältnis Forstbehörde der königlichen Hofjagd und der Staats¬ waldungen. Vgl. Mayerhofer, Geschichte des könig¬ lichen Lustschlosses S. (Leipz. 1885).

Schleiz, Haupt- und Residenzstadt des frühern Fürstentums Reuß=Schleiz, seit der Vereinigung der beiden Fürstentümer Reuß jüngere Linie (1848) die zweite Residenz des Landes, in lieblicher Lage an der Wiesenthal und an der Eisenbahn

Wappen von Schleiz.

S.-Schönberg, 429 m ü. M., hat ein neues, schönes fürstliches Residenzschloß, 2 evang. Kirchen (darunter die altertümliche Bergkirche mit der fürstlichen Gruft), ein Gymnasium, ein Schullehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, eine Holzschnitzschule, eine Idiotenanstalt, ein Waisenhaus, ein Hospital, ein Arbeitshaus, die fürstliche Kammer, ein Amtsgericht, ein Landratsamt (für den Oberländischen Bezirk), einen fürstlichen Marstall, Fabrikation von Metall-und Spielwaren, Weberei, Strumpfwirkerei, Gerberei, Buchbinderei, Bierbrauerei etc. und (1885) 4966 fast nur evang. Einwohner. In der Nähe das Lustschloß Heinrichsruhe und 4 km südwestlich in romantischer Lage hoch über der hier vielfach gewundenen Saale das alte Schloß Burgk (s. d.). An der Stelle des jetzigen Residenzschlosses in S. stand in ältester Zeit eine sorbenwendische Warte; die Stadt selbst wird urkundlich zuerst 1273 erwähnt und Slowitz genannt und erhielt 1359 städtische Rechte; sie hatte im Hussiten- und im Dreißigjährigen Krieg sehr viel zu leiden und brannte 1689, 1837 und 1850 größtenteils ab. Vom 13. bis 16. Jahrh. bestand hier eine Niederlassung des Deutschen Ordens. Am 9. Okt. 1806 fand hier ein für die Franzosen unter Davollt siegreiches Gefecht gegen die Preußen unter Tauenzien statt. Vgl. Alberti, Geschichte des deutschen Hauses zu S. etc. (Schleiz 1877).


Schlema (Ober=S. und Nieder=S.), zwei Dörfer in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amts¬ hauptmannschaft Schwarzenberg, Knotenpunkt der Linien Zwickau=Schwarzenberg und Schneeberg=Neu¬ städtel der Sächsischen Staatsbahn, haben ein könig¬ liches Blaufarbenwerk, Papier= und Buntpapierfabri¬ kation, Maschinenstickerei, Granitbrüche und (1885) 1606, bez. 1214 fast nur evang. Einwohner. Schlemihl, in der Gaunersprache ein Mensch, der viel Mißgeschick hat, Pechvogel. Ob das Wort von dem hebräischen Eigennamen Schlumiel (4. Mos. 1 6), »Gottheil=, abzuleiten sei und demnach eigentlich jemand bezeichne, der sein Heil nur von Gott er¬ warte, ist zweifelhaft. Bekannt wurde der Ausdruck besonders durch Chamissos Erzählung =Peter S.=, worin der volkstümliche Aberglaube, daß man seinen Schatten verlieren, und daß der Teufel ihn an sich nehmen könne, wenn er über den Menschen selbst nicht Gewalt habe, als Hauptmotiv verwendet ist Schlempe, die alkoholfreie Flüssigkeit, welche nach dem Abdestillieren des Weingeistes aus der Brannt¬ weinmaische übrigbleibt. Sie enthält die stickstoff¬ haltigen Bestandteile des Rohmaterials, vom Der¬ trin und Zucker desselben aber nur 1,5—2 Proz., außerdem Hülsen, Zellstoff und Salze. Die Zusam mensetzung der S. wechselt natürlich, je nachdem Ge¬ treide, Kartosfeln, Früchte oder Wurzeln zur Brannt¬ weinbrennerei benutzt wurden. Man benutzt sie als wertvolles Viehfutter, welches namentlich bei Ver¬

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 14. Bibliographisches Institut, Leipzig 1889, Seite 512. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b14_s0512.jpg&oldid=- (Version vom 21.7.2025)